Film: Kroko

Deutschland 2003 – Regie und Buch: Sylke Enders – Darsteller: Franziska Jünger, Alexander Lange, Hinnerk Schönemann, Danilo Bauer, Harald Schrott, Anja Beatrice Kaul, Kimberley Krump, Sabrina Braemer, Heidi Bruck, Jonny Chambilla, Inga Dietrich, Marlene Warnstedt, Doro Kaminski – 92min (basierend auf dem gleichnamigen Kurzfilm für die Reihe BOOMTOWN vom SFB)
:::: gesehen am 26.1.04 / Presseaufführung im Filmkunst 66

Die 16jährige „Kroko“ ist der eiskalte Engel, die Tussi-Deluxe aus einer Hochhaussiedlung in Berlin-Wedding. Als Ghetto-Königen stiftet sie ihre Gang zu kleinen Straftaten an. Ihre Mutter hat längst resigniert und selbst die Jungs ziehen den Schwanz ein. Für Kroko muss Coolness neu definiert werden. Eine Unnahbare Solariumprinzessin hinter einer Maske aus dicker Schminke und billigen Fummeln. Es scheint nichts zu geben, was Krokos gelangweilten Blick zum Schmelzen bringen könnte. Nichts, was ihre unerbährmliche Härte menschlicher machen könnte. Als sie vor Gericht wegen eines Autounfalls zu Sozialdienst in einer Behinderten-WG verdonnert wird, verdreht sie nur genervt die Augen. Null Bock auf „Spastis“. Doch in der Behinderten-WG entdeckt Kroko nach und nach etwas, was ihre Hinterhof-Gang ihr nicht bieten kann.

Für Heinz Badewitz – der Leiter der Hofer Filmtage – gehört laut epd-Film „Kroko“ zu seinen persönlichen Top20 der besten Deutschen Filme. Der Film ist eine Weiterentwicklung des gleichnamigen Kurzfilms und Sylke Enders Abschlussfilm an der dffb. In der langen Version hat die Regisseurin die Entwicklung der Beziehungen zwischen Kroko und den Behindern überzeugend heraus gearbeiten. Von anfänglich vollkommener Ablehnung, Über leichte Erschütterungen der versteinerten Mimik Krokos, bis zu emotionaler Wärme. „Franziska Jünger ist in dieser Rolle so lebensecht, dass am Ende ein einziges Lächeln schon zum Ereignis wird“, schrieb Michael Althen, in seinem Festvialbericht der Hofer Filmtage am 27.11.03 in der FAZ. Eine beeindruckende Wandlungsfähigkeit im Gesicht. Zusammen mit den Darstellern der Theatergruppe Thikwa entwickelt sich eine spannendes Thema ohne überzogene Sentimentalität, aber anrührend und komisch.

Der Film hat seinen Kinostart in Deutschland am 3.4.04

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