Doku-Sichtung IV

:::: Dokumentarfilm-Auswahlsichtung für die GFT am 29.1.04 bei N.

JESUS, DU WEISST
Österreich 2003 – Regie: Ulrich Seidl – Buch: Ulrich Seidl, Veronika Franz – Kamera: Wolfgang Thaler, Jerzy Palacz – Produzent: Martin Kraml – 87 Min.

Der Filmemacher Ulrich Seidl („Hundstage“) hat sechs streng gläubige Menschen in außergewöhnlichen Lebenssituationen zu ihrem Gottesbild befragt. Beim Filmfestival in Karlovy Vady (Karlsbad) machte dieser Film den ersten Preis. Dem Film fehlt ein bißchen der seidl’sche Biss und lässt viel Raum für die Entwicklung der beobachteten Menschen im Gebet. Zwar für Seidl typische Bildinzenierung, aber der Blick des Filmemachers hier sehr zurück genommen (im Vergleich zu seinen anderen Filmen).

|Kritik von Sandra Vogell |Viennale Katalog zum Film

DER PREIS DES ÜBERLEBENS
Niederlande 2003 – Regie: Louis van Gastern – 56min.

Doku über die Familie eines KZ-Überlebenden. Nach dem Tod des Vaters schildert der eine der Söhne, wie die erlebten Grausamkeiten des KZ alle Lebenslagen der Familie bestimmt haben. Die ältere Tochter und der ältere Sohn melden sich lediglich in Textpassagen zu Wort, die aber ebenfalls sehr klar die geschädigte Kindheit vermitteln. Die Mutter hat ihr Leben vollkommen auf ihren Mann abgestimmt, lebt die Leiden des KZ, in dem sie nicht war. Ein sehr aufwühlender Film mit einer neuen Sichtweise auf das Thema: Das Leid eines Überlebenden übertragen in die Kindergeneration. Der Film ist die Fortsetzung von der Dokumentation „Verstehst Du jetzt, warum ich weine?“ (1969/71) des selben Regisseurs. Wird im diesjährigen Forum der Berlinale zu sehen sein.

THE CLOWN FAMILY
Russland 2003 – Regie: Natalia Gugueva – 28min.

Charmante Doku über eine Clown-Ehe. Das Künstlerpaar zwischen Liebe, Streit, Zirkusauftritten und Privatheit. Eine merkwürdige Vermischung von Berufung und der privaten Beziehung.

PULS
Polen 2003 – Regie: Anna Kazejak – 9min

Die Geburt eines Babys in eine nicht alltägliche Famile: Die junge Mutter verlassen vom Vater des Kindes. Der Großvater, der selber an Krebs erkrankt ist, tritt an die Stelle des Vaters.

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