Mind the gap

Die Liebste hat mal wieder im Blog gelesen und war davon nicht angetan. Und dass, obwohl ich mir so viel Mühe gebe, hier so gut wie nichts mehr zu thematisieren, was ich als „zu privat“ einstufen würde. Das war schon mal anders. Merkwürdiges Gefühl von Verletzung und gegenseitiges Sich-Nicht-Verstanden fühlen. Immer noch zu privat? Immer noch zu wenig abstrahiert? Wohl doch. Ich mag diese Auseinandersetzung nicht. Andere Vorstellungen von mir, als was hier zu lesen ist. Stimmungsabhängige Posts, die sich eigentlich in der Zeit versenden, bekommen Allgemeingültigkeit für die Ewigkeit, nur weil es im Internet steht. Das Argument, hier eine weitere Facette von mir zu entdecken, gilt nicht. Warum das nicht in Echt da ist, will sie wissen… Vielleicht, weil ich beim Schreiben anders denke, mich anders ausdrücke, als beim Rotweingespräch. Ich will mir eigentlich nicht verbieten lassen, was ich wie zu schreiben habe, aber wenn die Liebste sich da nicht wohl fühlt mit, muss ich wohl weiter an der Selbstzensur arbeiten. Oder mehr schreiben: Sie meinte neulich mal, in Realität würde ich auch gern viel weglassen, was einen Ausspruch eigentlich besser erklären würde. Ich würde dann immer den Gedankengang zur Erkenntnis weglassen, oder zu sehr Dinge beim Gegenüber vorraussetzten, auf die ich ruhig auch eingehen könnte.

Ich sitz gerade wieder hier bei ihr, um die Handwerker rein und raus zu lassen, wie vor einer Woche. Nur heute ist der Maler schneller und mir ist das heute alles so ziemlich egal.

Am Freitag war Eröffnung der transmediale 04. Gab Freigetränke. C. hat schlaue Sachen gesagt, darüber die Dinge, die man sieht und erlebt aufzuschreiben. Hat er auch ein Weblog? Danach noch mit in der Maria gewesen. War okay, hätte besser am Samstag gehen sollen, denke ich im Nachhinein. Heute Nachmittag will ich mir endlich ein paar Sachen ansehen, nachdem ich jetzt schon das ganze Wochenende nicht da war.

Die Plakate an den Bushaltestellen zur aktuellen BILD-Aktion „Ist es meine Schuld, dass ich alleine bin?“ sind nach Regen bei Nacht besonders hübsch. Tränen auf den verletzlichen Gesichtern, die am nackten Körper runterlaufen. Daneben dann eingemummelte Realitäten, die auf den Bus warten.

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