Fit wie ein Gymnastikschläppchen

Da es mir seit einigen Tagen etwas schlapp geht – so von der eigenen Motivation her – schien es mir ganz angebracht gestern beim Warten auf F. in einer dieser im Café ausliegenden Zeitschriften zu blättern und nach einem neuen Hobby für mich zu suchen. Den Scheinschlag hatte ich schnell durch, die Siegessäule auch. Aber dann hat mich was in den Bann gezogen: Sein – eine monatliche Zeitschrift für „Lebenskunst in Berlin und Umgebung“. Kann ja nicht verkehrt sein, dachte ich. Drin ganz viel Esoterik, aber echt ’ne unübersichtliche Menge. Wie man sich und seine Wohnung entschlackt von Giften und Bösen Geistern, wie man seine Lichtgestalt findet um kosmische Transzendenz zu erlangen, wie man eine positive Einstellung zum Geld bekommt. Ich war wirklich erstaunt über die Differenzierung der Szene. Da kann man sich ja wohl ganz schön drin verliehren. Hab kurz überlegt, ob ich da nicht mal hingehe: „Stille Meditation, kostenlos, 2 Stunden, früher gehen ist ok…“, oder vielleicht doch lieber zur „Vollmondzeremonie zum Fischevollmond in der Jungfrau, Thema: Glaube und Analyse“. Aber bevor ich dann tatsächlich ernsthaft drüber nach dachte kam F. und wir haben uns über Kino und Jobperspektiven unterhalten. Am Ende des Abends dann doch etwas motiviert, im Briefkasten Post von der Krankenkasse gefunden, mit der Ankündigung einer deftigen Nachzahlung an sie. Schock! Wird wohl wieder erstmal nichts mit einem neuen Rechner.

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