Film: The Dentist


:::: gesehen am 22.6.2004 auf Video

USA 1996 – Regie: Brian Yuzna – mit: Corbin Bernsen, Linda Hoffman, Michael Stadvec, Ken Foree, Virginya Keehne, u.a.

Ich hatte keine Ahnung, als ich die Kassette in den Videorecorder steckte, was das für ein Film ist. Auf dem Cover die paar gruseligen Bilder von Leuten beim Zahnarzt hatten schon gereicht, um das Video auszuleihen. Schön mal wieder mit einer Urangst beschäftigen… Ich hatte Schlimmeres erwartet, aber dieser B-Film in TV-Produktion-Manier war dann doch recht unterhaltsam.

Ein erfolgreicher Zahnarzt dreht durch, als er an seinem Hochzeitstag seine Frau mit dem Poolreiniger erwischt. Der Wandel der Hauptfigur vom Neurotischen ins Psychotische vollzieht sich Größtenteils in der Praxis des Zahnarztes. Vorm inneren Auge des Zahnarztes sieht selbst das perfekte Gebiss verfauelt aus. Der Blick eines Irren der an Sauberkeit und Perfektion glaubt, aber überall die Zeichen des Verfalls erkennt. Für ihn ist die einzige Lösung: Die Zähne der Patienten zerstören. Wer sich wehrt, bekommt was mit dem Bohrer in die Zunge oder ihm es wird gleich mit grober Methode das Gebiss mit einer Pistole „behandelt“. Das ganze vollzieht sich nicht so splatter-artig, wie es jetzt klingen mag, es sind nur einzelne, pointiert gesetzte Bilder, die dann aber um so besser unter die Haut und an den eigenen Zahnnerv gehen. Zwischendurch baut sich viel Suspense zwischen den Gängen und Behandlungszimmern der Praxis auf. Die Zahnarzthelferinnen scheinen etwas zu ahnen, verschwinden auf einmal, im Wartezimmer hört man die Schreie. Auf der Dialogebene rundet schwarzer Humor die Handlung ab. Mehr Psychothriller als Gore ein Film wegen dem ich den nächsten Zahnarzttermin sicher weiter aufschieben werde.

Überhaupt diese Sache mit den Zähnen gerade. Nicht das ich sowieso wieder zum Zahnarzt müsste, neulich ja auch der Zahntraum, zu dem mir mein liebster Fan heute auch noch Deutungen aus dem Netz gemailt hat:

Während des Schlafs werden die Reize des eigenen Körpers stärker wahrgenommen. Diese wahrgenommenen Reize werden entweder direkt in den Traum mit eingeflochten, oder der Reiz wird verschlüsselt. Besondere Beachtung gelten hierbei Krankheitsträumen. So können im Traum auftretende Zahnschmerzen tatsächlich ein deutlicher Hinweis sein, den längst fälligen Zahnarzttermin wahrzunehmen. Ist man sicher, daß es sich nicht um eine exogene Ursache für den Inhalt handelt, kann man zur symbolischen Deutung von Zahnschmerzen / Zahnausfall übergehen, wobei die beispielsweise die Symboldeutung hier die Angst vor materiellen Verlusten, Verlust von Macht oder Ansehen anzeigen kann. (ngfg.com

Vielleicht hat der Traum nur eine exogene Ursache, aber das hier ist auch nachvollziehbar:

der traditionellen Traumdeutung ging man davon aus, dass Zähne im Traum eine aggressive Sexualität darstellen. Korrekter ist es, sie mit dem Wachstumsprozess zur sexuellen Reife in Verbindung zu bringen. Ausfallende oder lockere Zähne deuten an, dass Ihnen bewusst ist, dass Sie eine Form des Übergangs durchleben, die vergleichbar ist im Schritt vom Kind zum Erwachsenen oder vom Erwachsenen zu Alter und Hilflosigkeit. Wenn jemand im Traum fürchtet, ihm könnten die Zähne ausfallen, geht es um die Angst, alt und nicht mehr begehrenswert zu sein oder um die Angst vor dem Erwachsenwerden. Träumt eine Frau davon, Zähne verschluckt zu haben, kann dies auf eine Schwangerschaft schließen lassen. Zähne sind auch ein Hinweis auf den „Biss“ und die Bissigkeit. Zähne symbolisieren Vitalität, Geliebte, Kinder oder Geschlechtsorgane. Auch das Raubtierhafte und Reißerische sind zu beachten. (deutung.com)

Der Phase des Übergangs bin ich mir auf jeden Fall bewußt. Das ist dann jetzt aber auch genug aus meiner Privatsphäre für heute. Viel Vergnügen mit den eigenen Ängsten. Demnächst ist dann mal wieder was über hohe Häuser und in die Tiefe fallen dran.

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