Film: Fahrenheit 9/11

:::: gesehen am 23.8.04 im Passage

Ich weiss nicht, was ich erwartet hatte. Zu viel im Vorhinein an Meldungen, Meinungen und Merkwürdigkeiten über und um den Film gelesen, sodass am Ende des Films mir eigentlich nur die Frage im Kopf stand, wofür so viel Trubel um diesen Film? Klar – der Präsident, seine Politik und Gegenpropaganda. Ich möchte da auch nichts runterspielen, aber beonders raffiniert fand ich den Film nicht. Weder inhaltlich noch filmisch. Und daß der polemisiert, war klar. Ist auch kein Argument mehr gegen Moore, der die dokumentarische Polemik zu seinem Stil gemacht hat. Wobei in diesem Film – und da wird der Vorwurf doch haltbar – die Polemik nur an einigen wenigen Stellen ironisch gebrochen wird (womit sie erträglicher werden würde). Die subjektive Sicht, die Moore durch die Inszenierung von sich selbst als die Figur „linker Filmemacher“ in seinen anderen Filmen geschickt stilisiert, fällt hier fast vollkommen weg. Stattdessen geht er ins Archiv und schneidet nach seinem Gusto Fremdmaterialien zusammen, ohne Quellenangabe (myVorwurf 1) und offensichtlich dem ursprünglichen Kontext enthoben (myVorwurf 2) um eine öffentliche Meinung zu steuern (was in der Form mir auch nicht ganz legitim erscheint). Was anderes macht die Regierung Bush auch nicht – nur verdient sie dabei schamlos mehr als der Herr Werbefilmer – Zahn um Zahn ist ein problematischer Ansatz (dog eat dog…).

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