Retrospektive Tony Hill

Die letzen Tage war ich arg involviert mit Festivalarbeit. Zwischen meinen Moderationen habe ich mehrmals versucht, auch andere Filmblöcke zu sehen. Kurzfilme werden in der Masse schnell ein wenig einerlei. Aber richtig spannend fand ich Tony Hill, der mit einer kleinen Werkschau da war. Sehr netter Mensch, spannende Experimente, in denen die durch standarisierte Kameraperspektiven etablierte Weltsicht programmatisch auf den Kopf gestellt wird. Er hat auch versucht, zu erklären, mit welcher Konstruktion er „Downside Up“ gedreht hat. Aber da hab ich nur die Hälfte verstanden, da mein technisches Vokabular doch zu wünschen übrig zu lassen scheint.

Text aus dem Interfilm-Katalog:
Werkschau des international renommierten und preisgekrönten britischen Experimentalfilmemachers Tony Hill.

Tony Hill wurde 1946 in London geboren. Er studierte Bildhauerei an der St. Martin’s School of Art. Seine Arbeiten umfassen Skulpturen, Fotografie, Filminstallationen, Performances und Kurzfilme. Er unterrichtet zudem als Professor für Film an der Universität von Derby.

Seine Arbeiten werden in Kunstgalerien, auf internationalen Filmfestivals, in Kinoprogrammen, im Fernsehen gezeigt und als Videos bzw. DVDs vertrieben. Tony Hill gewann Preise auf Festivals in Melbourne, Hamburg, Chicago und Chateauroux, und 1993 erhielt er den Deutscher Videokunstpreis.

Die Filme von Tony Hill erkunden einen anderen Blick auf die Welt und gehen über die konventionelle Betrachtungsweise von Raum, Zeit, Form und Gestalt hinaus. Ungewöhnliche Perspektiven und Bewegungen, Verzerrungen, Spiegeleffekte und Achsensprünge sind wesentliche Merkmale seiner Ästhetik. Scheinbar unmögliche Kameraeinstellungen macht er möglich. Seine genialen Einfälle finden sich auch in Werbespots und Musik Clips wieder, zum Teil von ihm selbst realisiert.

Exemplarisch sei hier sein Klassiker „Downside Up“ beschrieben: Hier wird der Betrachter um eine Familie herumgeführt, die sich in einer englischen Landschaft zu einem Picknick zusammengefunden hat. In atemberaubenden Manier kreist die Kamera hemisphärisch um das Geschehen, als variantenreiche Zirkelschwünge aus dem Erdreich bis zum Scheitelpunkt des Himmels und zurück. Es ist immer noch ein Rätsel, wie dieser Film technisch realisiert wurde.

Mehr zu den einzelnen Filmen der Tony Hill Retro hier beim Kurzfilmfestival Interfilm

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