Wunschzeit

Es geht ja momentan wieder los. Man muss sich was wünschen. In diesem Jahr war mein Vater am schnellsten. In einer knappen E-mail schrieb er seine Wünsche (dieses Jahr kommt man bei ihm gut und billig weg…), nur um zu fragen, was „wir Kinder“ uns denn zu Weihnachten wünschen. Bevor ich mir ausdauernde Gedanken darüber machen konnte, war auch schon Mutter am Apparat. Okay, ich muss fair sein, ich habe sie angerufen und es war ein sehr nettes, längeres Gespräch über dies und das, wie das eben so ist. Natürlich kamen wir da auch auf die Wunschfrage. In den letzten Jahren durchschoss mich bei diesem Moment immer der Gedanke „Nun, Wünsche habe ich an sich schon, die wollt ihr Euch nur nicht leisten…“ dieses Jahr hab ich´s gesagt und dann noch ein paar Alternativen formuliert…

Dieses Jahr mache ich mit der Geschenkesuche alles anders. Nein, ich werde nicht erst die Woche vor Zugabfahrt in die Heimat (wo war das eigentlich nochmal?) hektisch bei Dussmann irgendwelche Bestseller holen, schon schön in rotes Papier verpackt. Nein, ich werde mich nicht durchs KdW quetschen auf der Suche nach was Originellem. Und nein, ich werde ganz bestimmt nicht noch eine Stunde vor der Zugabfahrt über den Weihnachtsmarkt am Zoo hetzten, weil ich doch wieder jemanden vergessen habe.

Dieses Jahr mache ich alles anders, das denk ich jedes Jahr. Einmal habe ich auch schon während eines spätsommerlichen Grillabends Geschenkideen notiert, damit ich mich dran erinnern mag. Die Notizen hab ich dann auf dem Weg zwischen Spätsommer und Heiligabend irgendwo liegengelassen und nicht wiedergefunden. Da blieb halt wieder nur Dussmann. Gute Vorsätze mach ich mir da jetzt auch keine mehr. An irgendwas hapert´s ja immer.

Ja, nein. Mal hier alles nicht so pessimistisch sehen! Wünsche hab ich genug, man muss das nur kreativ umleiten auf die Bedürfnisse der Lieben. Vielleicht schau ich auch einfach mal dieses Jahr bei ebay was da so geht.

„Ich wünsche, krank zu sein, dann hätte das Nichtstun wenigstens einen Sinn“, hörte ich die etwas angetrunkene Dame vor mir in der Supermarktschlange gestern sagen. Das hat gesessen! Ich und meine Luxussorgen zur besinnlichen Zeit…

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