Film: War of the Worlds

:::: gesehen am 3.7.2005 im Cinestar Potsdamer Platz

USA 2005; Regie: Steven Spielberg; Drehbuch: David Koepp; Mit: Tom Cruise, Justin Chatwin, Dakota Fanning, Tim Robbins, Miranda Otto, u.a.

War of the WorldsEigentlich könnte das jetzt eine Story für die höflichen Paparazzis werden, dachte ich noch während der Kinotrailer, denn auf meinen Sitzplatz im Kino saß Detlev Buck. Aber von vorne. Man kennt das ja in diesen ungastlichen Multiplexen von heute: es gibt keine freie Sitzplatzwahl, Bier nur groß und kleiner nur alkoholfrei oder auf hip gepanscht. Dazu sehr viele dicke Kinder und all diese anderen schlimmen, uninteressanten Leute, die auch da im Tiergarten am Samstag bei dieser Konzert-Brandrohdung teilgenommen haben, quetschend, nörgelnd und rechthaberisch. Normalerweise sind die Multiplexe nie ausverkauft wenn ich da drin bin, und wenn, dann ist Berlinale. Aber dann ist auch die Sitzplatzwahl frei (sie hatten es mal probiert, doch ein wahrer Cineast lässt sich nicht vorschreiben, aus welchem Winkel er auf die Leinwand blickt). In meinem Bekanntenkreis hat sich die Gepflogenheit etabliert, bei Sitzplatzzwang im Kino, billige Plätze zu kaufen und kurz bevor es losgeht auf die besseren, nichtbelegten Plätze aufzurücken. Solches Verhalten habe ich auch schon in der Oper und im Theater beobachten können. In der Oper und im Theater wird man allerdings nach Beginn der Vorstellung auch nicht mehr in den Saal gelassen, selbst wenn die Welt untergehen würde. Nicht so in den ungastlichen Multiplexen. Das Übel kam, nach der Werbung, als mein Mitbewohner und ich unsere Plätze verließen, um aufzurücken. Andere kluge Menschen taten es uns gleich. Hier und dort positionierten sich die Individualisten neu, um bessere Sicht auf das Spektakle zu bekommen, darunter eben auch Detlev Buck mit seinem Begleiter, die sich auf die vormals unsere Plätze setzten. Glück für die beiden. Wir hatten Pech. Kaum hatte der Film angefangen, standen da 3 dicke Kinder, jeder mit einem 5 Litereimer Pepsi im Arm und forderten ihre Plätze ein, so wie sie es von klein auf am Pool der Hotelburg gelernt haben, „das ist meine Liege, schließlich liegt da mein Handtuch“ – respektive, sie hätten ja für ihr Ticket bezahlt und es sei ihre Sache, wann sie in einen Film gehen und es sei ihnen egal, ob auf meinem Platz bereits Detlev Buck säße. Gut, gut. Da die Kinder zwar dick, aber im schlimmen Alter und halbstark und zu dritt waren, verzogen wir uns drei Reihen nach hinten auf neue Plätze, so wie es sich gehört ohne viel Aufsehen zu erregen. Wieder Pech, da kam noch so ein Päärchen, die wohl beim Grönemeyer im Tiergarten eingeschlafen waren und daher verständlicher weise etwas spät dran. Nochmal aufrücken und dann seit langem endlich mal wieder ein richtig ordentlicher Sommer-Blockbuster, der mir sehr gut gefallen hat. Bilder, die sich ins kollektive Popkulturgedächtnis einmeißeln werden und eine märchenhafte Apokalypse. Die tiefen Ängste, die Kinder, die Familie, die Massenhysterie. Nach solchen Filmen bin ich immer eigentümlich benommen, weil die nicht nur auf die Tube drücken, sondern auch klug gemacht sind. Nicht nur einfach so kickass, sondern auch intelligent kickass.

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