Film: Eolomea – unheimliche Zeichen aus dem Weltall

:::: gesehen am 25.9.2005 auf DVD im ICE

DDR, UdSSR, Bulgarien 1972 – Regie: Herrmann Zschoche – mit: Cox Habbema, Ivan Andonov, Rolf Hoppe, Vsevolod Sanayev, Peter Slabakov, Wolfgang Greese

Mehrere Raumschiffe sind verschwunden auf auch die Orbitalstation „Margot“ meldet sich nicht mehr. Maria Scholl ist Leiterin der Station „Erde-Zentrum“ und sie beschliesst zusammen mit der Mehrheit eines Rates sämtliche Raumflüge zu verbieten. Professor Olo Tal allerdings glaubt nicht, dass dies eine sinnvolle Maßnahme wäre. Maria Scholl glaubt, dass Olo Tal in irgendeiner Art näheres vom Verschwinden der Schiffe weiß, immerhin ist seine Tochter unter den Vermissten. Auf der Erde hat man Signale aus dem Sternenbild des Cygnus empfangen. Offenbar sind es Morsezeichen und ergeben das Wort „Eolomea“. Als dann noch ein weiteres Schiff verschwindet, schickt man ein Spähschiff hinterher, doch es kann dem Schiff nicht folgen. Anhand von Berechnungen erkennt man, dass es offensichtlich in Richtung der Station „Margot“ geflogen sein muss. Man erteilt dem lustlosen Kapitän Daniel Lagny den Auftrag, mit Maria Scholl dorthin zu fliegen. Als sie dort ankommen, finden sie die neun Raumschiffe, die sich gerade auf den Weg nach „Eolomea“ gemacht haben… (Text vom DVD-Cover)

Nach dem DEFA-Sci-Fi Der Schweigende Stern nun zufällig „Eolomea“ in der AGB gefunden und auf der Rückfahrt von meinen Eltern im Zug gesehen. Das für mich interessante: man lernt ja mehr in solchen Filmen über die DDR, als die sich damals gedacht haben. Der Film ist in einem technokratischen Sozialismus angesiedelt. Aber es nicht alles rosig, es wird Kritik eingebaut: Leute quengeln, trinken Alkohol, haben Löcher in den Socken und sind auch schon mal recht genervt über Mängel in Produktion und über Materialversorgungsprobleme. Dagegen die Ausstattung, die alles versammelt, was Anfang der 70er als modern und wegweisend galt. Mit ziemlich viel Improvisationsgeschick wurde da ein Zukunftsentwurf zusammen gezimmert. Die Handlung hat mehr das Menschliche im Vodergrund, als die Technik. Meist dialogisieren die Leute in den Settings, Handlung erzählt sich weniger über Aktion. Nebenbei der Versuch von avantgardistischen Bildwelten mit einfachen Tricks und der eklektizistischen Mischung von dem, was der Kostümfundus so hergibt. Alles „Echte“, „Natürliche“ bekommt diesen DDR-Hippie-Anstrich wie bei „Paul und Paula“.

Die innerhalb traditioneller Geschlechterkonstellationen paradoxe Figur „sexy, erfolgreiche Weltraumwissenschaftlerin“, die z.B. am Anfang von „Planet der Affen“ schon nach einigen Minuten stirbt und wenig zu sagen hat (womit die Einzige Feministin in „Planet der Affen“ ein Affe ist), ist hier Leiterin der Erdstation, die später auch mitfliegen darf. Überdies – ganz ähnlich wie in den ersten Minuten von „Planet der Affen“ – wird durch den männlichen Hauptcharakter durchgängig pessimistisch der ganze Sinn und Unsinn des Erforschens des Weltraums in Frage gestellt.

Das ist übrigens der dritte Sci-Fi-Film, der für die Defa-Studios gedreht wurde. Er basiert auf einer Erzählung des bulgarischen Schriftstellers Angel Wagenstein.

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