Trauer, ein wenig

Heute wurde meine Religionslehrerin in meiner Heimatstadt beerdigt. Nicht unbedingt der Religionsunterricht hat mich stark beeinflusst, vielmehr die von ihr mit viel Engagement geführte Theater AG an unserer Schule. Als wir gestern Abend von unserem ersten Kiezbier in die neue Wohnung kamen, waren die von meiner Mutter ausgeschnittenen Todesanzeigen und ein kleiner redaktioneller Nachruf aus der Regionalzeitung im Briefkasten. Überrascht war ich nicht, hatte meine Mutter mir ja schon per SMS geschrieben und dann gab es ja fast Streit, als sie die Sachen faxen wollte und das Faxgerät in der neuen Wohnung aber noch nicht aufgebaut war.

Die Zeitung hat sogar ein Foto von ihr gedruckt und nennt sie „Grand Dame des Schultheaters“ – alle meine guten Lehrer trauern auf der einen von den drei Todesanzeigen. Hätte ich zur Beerdigung fahren sollen? Oder war das einfach eine gute Phase in meinem Leben, die sie mitgeprägt hat, für die ich mich später aber nie bedankt habe? Danke Liesel!

Irgendwo lauert sie immer, die Vergangenheit. Und springt plötzlich um die Ecke, wenn man es gerade nicht erwartet.

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