Film #4: Rinchi (Nakagawa Nobuo: Lynch)

:::: gesehen am 10./11.2.2006 im CineStar8

Japan, 1949, 88 min – Regie: Nakagawa Nobuo


Erster Film in der Hommage des in Deutschland bislang unbekannten Nakagawa Nobuo, dessen Film Noir LYNCH auf einer Kurzgeschichte von Otsubo Sunao basiert und kurz vor Weihnachten 1949 in die japanischen Kinos kam.

Formal interessant, wie Stilmittel des Film Noirs in einem japanischen Kontext verwendet werden und die Mischung aus Moderne und Tradition, wie ich sie so gern habe in alten japanischen Filmen. Bin allerdings leider eingedöst im 2. Teil des Films, wo das wieder alles so melodramatisch wurde, und weil ich jetzt wirklich ins Bett muss, hier nur copy&paste die Handlung aus dem Festivalkatalog:

Der Film spielt in der Zeit vor und nach dem Zweiten Weltkrieg und erzählt die Geschichte von Seikichi, der für ein Verbrechersyndikat arbeitet und den Auftrag erhält, eine goldene Buddha-Statue aus einem Tempel zu entwenden. Anstatt die Statue seinen Vorgesetzten auszuhändigen, versteckt er sie und setzt sich mit seiner Freundin Okayo ab, auf die auch sein Konkurrent Umewaka ein Auge geworfen hat. Aus Angst, gefangen zu werden, stellt er sich jedoch der Polizei. Während er seine Strafe im Gefängnis absitzt, warten seine ehemaligen Sugawara-Kollegen auf seine Freilassung. Nach einem Zeitsprung setzt die Handlung des Films viele Jahre später wieder ein: Im Mittelpunkt steht nun Seikichis Tochter Kuwako (gespielt von Kuga Yoshiko, die u.a. auch in Kurosawas The Idiot und Ozus Good Morning zu sehen ist), die zu einer etwas ungehobelten, aber schönen jungen Frau herangewachsen ist und als Sängerin mit einer Band umherreist. Sie träumt davon, endlich ihren Vater wiederzusehen, den sie all die Jahre als Matrosen auf See vermutet hat. Als Seikichi jedoch freigelassen wird, fangen ihn seine ehemaligen Kollegen am Gefängnistor ab. Mit seiner Mischung aus Action, Familiendrama und Yakuza-Ränkespiel ist Nakagawas LYNCH ein sehr ungewöhnlicher Film. Der schurkenhaft aussehende Schwertkampf-Star Arashi Kanjuro (auch unter dem Namen Arakan bekannt) wurde in diesem Film ganz gegen sein sonstiges Image besetzt und spielt hier den typischen Verlierer mit dem Herzen auf dem rechten Fleck. Die Veränderung seines Äußeren nach dem langen Gefängnisaufenthalt ist bemerkenswert, was zum Teil der überzeugenden Maske geschuldet ist. Kuga Yoshiko spielt die reizende, temperamentvolle Tochter Arashis, die nach außen die harte Schale einer Angehörigen des Show Business zeigt, in Wahrheit aber nie über das Verschwinden ihres Vaters hinweggekommen ist. Die Szene, in der die beiden endlich zusammentreffen, bevor er ein letztes Mal fliehen muss, ist wirklich anrührend. Im übrigen lässt sich hier einmal mehr der symbolische Gebrauch von Rädern in Nakagawas schicksalhaftem Universum beobachten. (Forum Katalog)

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