[Berlinale 2007] Film: Prinzessinnenbad

:: gesehen am 11.2.2007 in Cinemaxx3

Deutschland, 2006, 92 min – Regie: Bettina Blümner

Nette Dokumentation über drei 15-jährige Kreuzbergerinnen. Klara, Mina und Tanutscha kennen sich seit dem Kindergarten und die Filmemacherin hat zwei Sommer lang die Teenager beobachtet und ihre freundschaftliche wie individuelle Entwicklung begleitet. Frühreif sind sie und mit ziemlich vielen Wassern der Großstadt gewaschen. Manchmal fällt es schwer, zu glauben hier 15-jährigen zuzusehen. Und doch brechen hinter den coolen Sprüchen und der beinahe perfekten Gelassenheit doch immer wieder kleine Unsicherheiten und ganz ernste Fragen und Zweifel über die eigene Zukunft hindurch.

Der einen macht der Prüfungsstress vor dem „Real“, den sie unbedingt schaffen möchte, Sorgen. Die andere ist seit mehreren Monaten mit einem fünf Jahre älteren Abiturienten zusammen, der nach dem Abi ins Ausland geht – die längste Beziehung, die sie bislang hatte. Der Dritten kommen die Sprüche am lockersten über die Lippen – „ich bin jung, dynamisch und naiv“ – eine Sequenz später berichtet sie über ihre Drogenerfahrungen. Was sie nach der Schule machen möchte weiß sie noch nicht. Zwischen ihr und ihrer allein erziehenden Mutter gibt es aber eine Regel, „nicht schwanger werden und kein Heroin“.

Die Kamera folgt den Teenagern durch die Häuserschluchten Berlin-Kreuzbergs, ähnlich wie die Teenager sich durch die labyrinthischen Irrwege des Erwachsenwerdens winden (vielleicht lag’s aber auch daran, dass ich in der ersten Reihe sitzen musste, dass mir etwas schwindelig wurde…). Was will meine Umwelt? Was muss ich darstellen, um in meiner Clique zu gelten? Wo und wie finde ich Liebe? Und vor allem, was will man eigentlich selber von sich und seiner Zukunft? Die Fragen, mit denen sich die jungen Frauen beschäftigen sind allgemein bekannt. Die Art und Weise, wie der Film seine Protagonistinne diese Fragen stellen lässt, ist sehr behutsam und sensibel ausgearbeitet dem schmalen Grad zwischen Nähe und Distanz. Trotzdem ein wenig das Gefühl, dass Beobachtungen zu sehr einem starren Rahmen folgen – der filmischen Ordnung wegen – und im Schnitt, im Sortieren der Szenen, die Nähe der Kamera wieder verloren gegangen ist zugunsten der Dramaturgie.

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