Film: Irina Palm

::: gesehen am 15.5.07 auf Kinoarbeit

Großbritannien 2006 – Regie: Sam Garbarski, mit: Marianne Faithfull, Micki Manojlovic, Jenny Agutter, Kevin Bishop

Maggie braucht dringend Geld. Ihr Enkel liegt schwerkrank im Krankenhaus, und das Medikament, das sein Leben retten könnte, ist für seine Eltern viel zu teuer. Wenn sie den schwindenden Hoffnungen ihres Sohnes und ihrer Schwiegertochter neuen Auftrieb geben will, muss sich Maggie etwas einfallen lassen. In ihrer Verzweiflung lässt sich die solide Mittfünfzigerin aus dem Londoner Mittelstand von einem gut dotierten Jobangebot in einen Sexclub locken. Im „Sexy World“ lernt die scheue, aber rüstige Witwe den charmanten Geschäftsführer Miki kennen, der Maggie behutsam an ihre Aufgaben als „Hostess“ heranführt. Nachdem sie von ihrer neuen Kollegin Luisa mit den Spielregeln des Gewerbes vertraut gemacht worden ist, wird aus der pflichtbewussten Maggie binnen kurzem die bei der Kundschaft sehr begehrte und gut verdienende „Irina Palm“. Neben dem Geld verschafft der neue Job Maggie auch ein neues Selbstbewusstsein. Letztlich ist sie nicht so alt, unattraktiv und unnütz, wie sie zuletzt gedacht hat. Dann aber stellt sich heraus, dass Soho, wo sie ihren sexualhygienischen Dienstleistungen nachkommt, von dem konservativen Vorort, in dem Maggie lebt, gar nicht so weit entfernt ist: Ihr Doppelleben erregt das Misstrauen ihres Sohnes und bei den neugierigen Nachbarn Verdacht. Doch selbst als alles ans Licht kommt, lässt Maggie sich nicht unterkriegen. (Synopsis aus Berlinale-Katalog)

Da war auf Kinoarbeit eine interne Sondervorführung, geschlossene Gesellschaft sozusagen, die ich die Freude hatte, zu fahren. Ich mags nicht so sehr gern, Filmen aus der Vorführkabine heraus zu folgen. Ist halt nicht die volle Packung, Ton nur über eine kleine Monitorbox, Bild auch immer durch die Scheibe und dazu der Projektorenlärm und nicht die Reaktionen des Publikumks. Meist hab ich nur einen vagen Eindruck der Filem, die ich vroführe. Meistens muss auch noch viel anderes Zeug nebenher erledigt werden. Hier war aber die Zeit, sich den Film fast ohne Störung anzuschauen.

Was hängen geblieben ist: Auf Spuren des britischen Sozialrealismus, aber trotzdem mit märchenhaften Erzählmomenten. Moraldilemma von Gesellschaft und Figur. Schauspiel von Marianne Faithfull erwähnenswert.

Kennt jemand den Comic von OL „Händewaschen wie bei Muttern…“ – eine ähnliche Komik hat zuweilen, wie da die Hausfrau im Sexclub am Arbeitsplatz sitzt und doch die beste Wichserin ganz Londons ist.

http://www.irinapalm-derfilm.de

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