Das Ende einer kurzen Liebe

Vorführkopie.

Es gab heute nicht so viel zum Abendessen – ein Bounty und die angefangene Tüte Gummibärchen, die wohl Herr Król nach der Lesung heute in der Gaderobe liegen gelassen hat. Ich komme gerade gelangweilt und leicht melo von der Kinoarbeit. Zum einen, weil das da heute mal gar nicht so viel zu tun gab. Zum anderen, weil der Disponent mir heute eröffnet hat, dass er noch diesen Monat zu CineStar wechselt. Ich gehe davon aus, weniger Nerv für mehr Geld. Dass er zu den Bösen geht, ist auch nicht das Problem, dass Problem ist, dass ich in dem Laden – nach nichtmal einem Jahr – langsam zu den altgedienten Herren gehöre. Der Disponent hat ungefähr mit mir da angefangen. Ich mochte den, der war da wie ich irgendwie Fehl am Platz. Immer wenn ich Kinoarbeitsgram verspührte war er mir ein Licht, dass mich wissen ließ, „du bist nicht allein, lass uns diesen Weg gemeinsam überstehen“. Wie z.B. rottige, selbstgebrannte, verschmutze und unbeschriftete DVDs ohne Hüllen von Kinoevent-Veranstaltern, wie z.B. die da oben auf dem Bild, die mir heute übergeben wurde für den feierlichen Festivalabend morgen Abend. Abgesehen davon, das DVD kein adäquates Vorführmedium auf einer 10 Meter breiten Leinwand über einen HD-Beamer ist, gehört sowas beschriftet! Aber egal. Viel wichtiger: Warum bin ich eigentlich noch da, wenn andere lieb gewonnene Mitarbeiter längst das Boot verlassen (haben).

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