Film: Ich, ein Groupie

P/B: Erwin C. Dietrich, R: Fred Williams [= Jack Hill, Erwin C. Dietrich, Peter Baumgartner], K: Peter Baumgartner, Mu: Birth Control, D: Ingrid Steeger, Rolf Eden, Petra Prinz


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Sex, Drugs, Rock and Roll! Die fabelhafte Ingrid Steeger in Dietrichs bestem Film.

Ein Sommertraum, ein Drogenrausch. „Ich, ein Groupie“ ist das verschrobene Porträt einer Epoche, in der die romantischen Vorstellungen von Freiheit und Liebe, Unabhängigkeit und easy living zerplatzen. Eine lebenslustige Frau (Ingrid Steeger) reist quer durch Europa einem Rocksänger hinterher und läßt sich treiben. Haschisch, Rockmusik und schwere Motorräder, lange Haare und bunte Klamotten, Sex allein, zu zweit, in der Gruppe, okkultes Getue und dergleichen mehr. Die Suche nach Erfüllung endet in Berlin, in einer Blutlache auf dem Straßenpflaster. Für die Regie ist der Roger Corman-Schüler Jack Hill vorgesehen, doch weil die Arbeit nicht voran geht, feuert ihn Dietrich und inszeniert den Film mit Peter Baumgartner einfach selbst. Das Resultat: sein bestes Werk. (aus der Programmankündigung)

Bei uns im Kino kommen jetzt immer Mittwochs so schräge Filme von dem Schweizer Exploitation-Regisseur Erwin C. Dietrich (zu dessem 77. Geburtstag). Den hier hab ich vorhin vorgeführt im Überblendbetrieb, weil die Kopie so alt und wertvoll, dass sie nicht gekoppelt werden durfte. Nicht leicht, sich bei einem so interessanten Film auf die Überbelndzeichen zu konzentrieren.

Schön das Ende: Das Groupie Ingrid Steeger trifft in Berlin Rolf Eden, der nimmt sie ein Stück in seinem Rolls Royes mit und bietet ihr einen Trip an. Schnitt. Auf einmal ist sie Mittelpunkt einer okkultistischen Sex-Sekte. Schnitt. Allein in ihrem Junkie-Zimmer, nackt auf dem Bett. Eine Freundin kommt, sie spritzen sich Heroin, dann lesbischer Sex. Steeger muss kotzen. Rennt nackt mit Kotze im Gesicht auf die Straße. Morgengrauen, im Rausch stellt sich Steeger vor, spitterfasernackt in den Alpen der Natur zu huldigen, stattdessen aber Kotze im Gesicht nackt durch die Stadt. Auto kommt, Steeger wird überfahren. Affektbild mit Kotze und Blut im Gesicht. Nackte Steeger tot auf Straße.

So kann’s kommen. Kinder, geht nicht ins „Big Eden“. Oder in die „Trompete“, möchte man heutzutage höhnen (heute hatte Ben Becker zugegeben, dass da mit dem Kollaps neulich wohl doch Substanzen im Spiel waren, die man sich in den Arm spritzt…)

Ansonsten am Sonntag im TV gesehen: „Oceans 12“ zum Ausschlafen. „Shaft“ (den Neuen) zum Aufwachen und Merkwürdig-Finden, wie gut es gelungen ist, Alt und Neu zu verbinden. Dann noch da dieser eine „Aliens“-Film später in der Nacht, weil ich so ausgeschlafen war, dass ich nicht wieder einschlafen konnte. Und natürlich weil, dieses Mutter-Ding da in dem Film mal wieder. Jetzt wo das so konkret ist, kann man die Alien-Filme ja auch fast als Schwangerschaftskurse verbuchen.

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