Film: The Cooler – Alles auf Liebe

::: gesehen am 12.1.08 auf arte

USA 2003 / Regie: Wayne Kramer / mit William H. Macy, Maria Bello, Alec Baldwin, u.a.

Liebesfilme mit Verlierern sind meistens toll. So auch dieser Film aus der Post-New-Hollywood Zeit, wo man noch hoffte, dass die guten Kinojahre der 1990ern sich auch ins neue Jahrtausend retten mögen. Ich glaube nicht, dass es mir nur so geht, aber Hollywood hat abgenommen. Zum Glück kann man an Zyklen glauben oder auf Wellen hoffen. Das wird alles schon wieder. Ähnlich geht es ja auch hier unserem Protagonisten:

Als sogenannter „Cooler“ arbeitet Bernie im Casino seines Freundes Shelly. Wobei „Freund“ vielleicht nicht die geeignete Bezeichnung ist, denn zwar verbindet die beiden eine gemeinsame Vergangenheit, aber nicht nur erfüllt Bernie seinen Job nicht nur aus einem übertriebenen Pflichtgefühl heraus – ganz nebenbei arbeitet er auch über Jahre hinweg einen immensen Schuldenberg bei dem altmodischen, aber unerbittlichen Casino-Chef ab. Dadurch, daß Bernie aber immer nur vom Pech verfolgt ist und auch keinerlei Freunde hat, ist Shelly für ihn der einzige Vertraute – unabhängig davon, daß er ihm mal die Kniescheibe mit einem Baseballschläger zertrümmert hat.
Im Casino arbeitet auch die Serviererin Natalie, bei der der unscheinbare und unerfahrene Bernie niemals eine Chance hätte. Sie kann sich nicht einmal seinen Namen merken. Als jedoch ein Casinokunde Natalie gegenüber handgreiflich wird und Bernie seine besondere Gabe wie einen Racheakt einsetzt, lächelt ihn Natalie erstmals an. Schon bald entwickelt sich eine leidenschaftliche Liebe zwischen den beiden. „Pech im Spiel, Glück in der Liebe“, mag man denken, doch bei Bernie tritt nun auch ein, dass er seinem Job als Pechvogel nicht mehr gerecht wird. Zufrieden, voller Selbstwertgefühl und so glücklich wie nie zuvor verursacht er plötzlich Rekordgewinne im Casino. Shellys Verluste gehen in die Millionen – und er gönnt seinem alten Freund das bißchen Liebesglück auf seine Kosten so gar nicht. Als dann auch noch Bernies missratener Sohn Mikey mit dessen offenbar schwangeren (und verkoksten) Freundin auftauchen, die nicht nur den Vater ausnehmen, sondern mit gezinkten Würfeln auch noch das Casino betrügen wollen, ist Shellys Geduld am Ende und es kracht.

Das schöne an diesem Film ist neben der detailverliebten Darstellung einer gealterten, abgetakelten Las-Vegas-Illusion die Dynamik zwischen Gewalt und Liebe. Da werden Liebesszenen, die in anderen Rahmungen vielleicht kitschig wirken würden, eingebettet in eine wenn nicht raue, so doch muffige Realität. Und natürlich die Emanzipation der Hauptfigur vom Abhängigkeitsverhältnis im Job und des immer gleichen, resignierten Lebens weg zu einem neuen Leben in dem Glück und Hoffnung das Ruder steuern.

Yeah! Schon ziemlich kitschig am Ende. Aber schön.

Und sonst so…?
erster Sonnenaufgang in diesem Jahr# Babykommode endlich gekauft, zu teuer, aber was soll’s. Muss jetzt alles langsam mal werden.

# C. aus Iowa noch getroffen, lange aus gewesen, bis ziemlich früh. Dann ersten Sonnenaufgang in diesem Jahr fotografiert.

# Kaffeekränzchen. Hahn im Korb mit Kater.

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