[Berlinale 2008] Film: Asyl – Park and Love Hotel

:::: gesehen am 12.2.2008 im Cinestar 8

Japan 2007; Regie: Kumasaka Izuru; mit: Lily, Kaziwara Hikari, Chiharu, Jinno Sachi; 111 min.

Manche jungen, japanischen Filme sind quietisch-flippig (und manchmal recht albern). Andere wiederum sind ruhig und können mit wenigen Mitteln und genau beobachteten Charakteren rühren. So auch dieser nette kleine Debütfilm von Kumasaka Izuru (der nebenbei beim anschließenden Filmgespräch einen ausgesprochen höflichen Eindruck hinterließ).

Die Geschichte dreht sich um eine alternde, etwas grimmige Besitzerin eines Stundenhotels in Tokyo. Das Hotel läuft nicht so gut, aber es hat trotzdem einen ganz besonderen Reiz. Oben auf dem Dach des Hauses befindet sich eine kleine Oase. Kinder kommen nach der Schule, um hier zu spielen. Alte Herren treffen sich zum Schach, Frauen machen Musik. Mitten ein der Großstadt bietet das Dach des Stundenhotels einer Freifläche der Erholung. Die Idylle ist Magnet für gestrandete oder flüchtige Seelen und die Hotelbesitzerin fungiert als Katalysator. Die 13-jährige Mika, die von zu Hause abgehauen ist und nach ein paar Gesprächen mit der Hotelbesitzerin, wieder zu ihrem Vater zurückkehrt. Die vernachlässigte Hausfrau Tsuki, die seit Jahren am Hotel vorbei ihre Fitnessrunden dreht, wagt mit der Bitte um einen Job im Hotel den wichtigen Schritt aus der Einsamkeit. Doch nicht alles löst sich in Wohlgefallen auf. Denn Tsuyako selbst verbirgt ebenso ein trauriges Geheimnis wie die irritierende Marika entdeckt, die als letzter verbliebener Stammgast das Hotel für seine eigentlichen Zwecke nutzt. Wie sich das unterdrücktes Problem der Hauptfigur mit Großmutter-Komplex – ihr Mann, der die Oase auf dem Dach für ihr gemeinsames Kind gebaut hatte, ist gestorben – genau auflöst, hab ich leider nicht mitbekommen, weil ich kurz eingenickt bin. Aber die Schlusseinstellung des Films, zeigt sie auf ihrem Hoteldach versöhnt mit sich selbst und ihrer Rolle in der Welt. So kann man es jedenfalls vermuten.

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