[Berlinale 2008] Film: Megane (Glasses)

:::: gesehen am 14.2.2008 im Cinestar 3

Japan 2007; Regie: Naoko Ogigami; mit: Satomi Kobayashi, Mikako Ichikawa, Ryo Kase, Ken Mitsuishi, Masako Motai; 106 min

Die Professorin Taeko macht Urlaub auf einer Insel im Süden Japans. Über die Ruhe der Inselbewohner und das innige Nichtstun ist sie zunächst verwundert. Außer Eislutschen und auf das Meer hinaus zu starren gibt es nicht viel zu tun. Mit der Zeit passt sie sich aber an den Lebensstil der Bewohner an.

Entschleunigung ist das Thema des Films. Die Regisseurin Naoko Ogigami hat mit ihrem vierten Film ein weiteres Mal einen paradiesischen Mikrokosmos entworfen. Man muss den Film atmen wollen, sich dem Zug der Bilder hingeben und darf den leisen Humor nicht mit lauten Lachern verscheuchen (wie der Herr die Reihe vor mir). Ein bisschen erinnert hier der Müßiggang am Strand an den stummen Humor in Die Ferien des Monsieur Hulots – nur eben mit viel weniger Chaos, Aufregung und Slapstick. Ein ruhiger wie splieniger Film, der sich Zeit nimmt und mit langem, ruhigem Bildern in einem wunderschönen Setting. Doch warum alle Figuren Brillen tragen und der Film danach betitelt ist, das hätte ich schon noch gern wissen wollen. Vielleicht nur so eine lustige Idee, vielleicht aber auch mehr.

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