Ich bin in der FAZ oder wie ich über Nacht zum A-Blogger wurde

Mission erfüllt! Dieses Weblog wird geschlossen. Das Warum des Bloggens, der Zenit ist erreicht: Ich habe es ins Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von heute geschafft. Jetzt kann es ja nur noch bergab gehen. Mein Blogname wird zwar falsch geschrieben, aber dafür ist ein Foto von mir abgedruckt, mein Name kommt mehrmals richtig geschrieben vor und ich werde sogar wörtlich zitiert:
Es gebe zu schnelle, instinktartige Reaktionen, sagt der Berliner Tillmann Allmer. Ein Blogger sei, der ganz beiläufig und ohne Geltungsanspruch am Abend seine privaten Erfahrungen unter „Tristesse de luxe“ aufschreibe und auf sehr reflektierte Weise darüber sinniere, warum er tue, was er tut. „Immer, wenn ich anfange zu überlegen, ob ich mit meiner hohen Internetaffinität, meiner hervorragenden Web-2.0-Kompetenz und meinem Heavy-Mobile-Internet-Usage vielleicht mal in einer von diesen neumodischen Agenturen vorstellig werden sollte, muss ich irgendwie daran denken, wie ich einen Sommer lang die selbstgepflückten Kirschen aus Omas Garten an der Dorfstraße versucht habe zu verkaufen und wie sehr doch das Pflücken mehr Spaß machte, als ich die Kirschen nur für mich selber pflückte und dabei in den blauen Himmel träumen konnte und noch nicht an den Profit dachte.“ Warum verkauft Tillmann Allmer dann keine Kirschen mehr? Einerseits ist es klar: Es war sein medienwissenschaftliches Interesse an den Kommunikationsbedingungen der neuen Publikationsform, sein Sparteninteresse an Filmblogs und die Melancholie einer gescheiterten Beziehung, die seinem Blog Namen und Anfang gab. Dazu kam die Faszination an der Serialität des Mediums, am Hineingezogenwerden und Nicht-mehr-aufhören-Können. Das lässt ihn bis heute nicht los. (Eine Reise durch die Blogosphäre: Wer bloggt so spät durch Nacht und Wind? (FAZ, 12.4.2008, von Thomas Thiel))
Hoffentlich erschreckt sich mein Opa nicht, wenn er plötzlich mein Foto in seiner Lieblingszeitung sieht.

Und schwuppsdich wird man dann auf Perlentaucher weitergereicht und folglich auch auf Spiegel Online zum Alphablogger überhöht:
Thomas Thiel besucht für die Wochenendbeilage die drei deutschen Alphablogger Don Alphonso, Robert Basic und Tillmann Allmer (Anmerkung: das bin ich), um sich davon zu überzeigen, dass sie zum Glück keine Konkurrenz für ihn und seine Kollegen vom Qualitätsjournalismus sind.
Ist natürlich vollkommener Quatsch. Ich bin kein A-Blogger. Aber das kann im gut recherchierten Qualitätsjournalismus vom Perlentaucher natürlich mal passieren. I don’t give a damn about my bad reputation!

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