Film: Charlie Bartlett

:::: gestern gesehen

USA 2007 – Regie: Jon Poll – mit: Anton Yelchin, Robert Downey Jr., Hope Davis

Vor einiger Zeit habe ich ja zum mentalen Training des frischen Vaterdaseins die 1999er TV-Serie Freaks and Geeks angeschaut. Nicht erst seitdem ist mein großes Steckenpferd: Außenseiter, Spitzenreiter! Ich liebe sie! Charlie Bartlett ist ebenso ein Außenseiter, jedoch nicht üblicher Herkunft. Aus allen reichen Privatschulen rausgeflogen muss der erzkonservativ gekleidete Teenager nun auf einer ganz normalen Public Highschool fürs Leben lernen. Charlie Bartlett wird als Dropout der reichen Oberschicht zum Loser der coolen Kids, die sich in der Disfunktionalität ihrer Familien abgefunden haben. Behinderte, Geeks, Freaks, Schläger, Punks, Schwule und Kreative – auf der Western Summit High School ist alles angesehener als der Streberlook von Charlie Bartlett. Es dauert nicht lange und Charlie wird zusammengeschlagen – Grund für seine Mutter ihn am nächsten Tag zum Psychologen zu schicken, der ihm wiederum aufmunternde Psychopharmaka verschreibt. Schnell mausert sich nun der idealistischen Außenseiter zum beliebten Pillendealer. Sein Aufstieg durch die High-School-Hackordnung ist rasant und bildet Mechanismen der US-Klassenverhältnisse sehr unterhaltsam ab. Charlie Bartlett ist poppig inszeniert, aber glücklicherweise nicht als platte Teenkomödie angelegt. Gestützt wird die Handlung durch eine interessante Vater-Sohn-Tocher Beziehung und auch die offensichtlichen Seitenhiebe auf Psychoanalyse wirken erstaunlicherweise nicht wie schon von Woody Allen ausgetretene Pfade. Ende ist ein bisschen rührselig, aber was soll’s, hab ja auch gern bei der einen oder anderen Folge von Dawson’s Creek geheult.

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