[Berlinale 2009] Film: Little Joe

:::: gesehen am 10.2.2009 im CineStar7

USA 2009 – Regie: Nicole Haeusser – Darsteller: Joe Dallesandro – Sektion: Panorama Dokumente

Dokumentation über Joe Dallesandro, die männliche Sex-Ikone in Andy Warhols Factory und Star etlicher Paul Morrissey-Filme. Joe Dallesandro wird dieses Jahr 60 Jahre alt und seine Tochter hat diesen Film über sein bisheriges schauspielerisches Schaffen produziert. Natürlich wird hier eine lebende Legende ins rechte Licht gerückt. Man kann dem Film vorwerfen, dass nicht auch andere Stimmen außer Joe Dallesandro zu Wort kommen, ebenso wie der Film bestimmte Metaebenen auslässt, die spannend gewesen – etwa das Thema der Darstellung von männlicher Sexualität im amerikanischem Kino, mit der Joe Dallesandro schließlich durch Tabubrüche erst berühmt geworden ist. Und man kann dem Film eine äußerst schlechte Tonmischung vorwerfen. Insgesamt habe ich mich aber nicht gelangweilt, auch wenn nicht wirklich viel neue Erkenntnisse über die Mechanismen der Factory oder der Filmindustrie selber dazu kamen. Es soll ja im Kern auch um Joe Dallesandro gehen. Von dem bekommt man den Eindruck eines zunächst etwas naiven New Yorker Jungen, der trotz Rückschläge sich aber immer wieder aufrappelt und so etwas wie ein amerikanischer Held wird, a Self-Made-Man. Viele Probleme in Joe Dallesandro Leben werden ausgeklammert oder nur äusserst beiläufig gestreift. Bisschen wenig, für eine rundum gelungene Biographie. Aber gut, Legendenbildung eben.

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