[Berlinale 2009] Film: I skoni tou chronou (The Dust Of Time)

:::: gesehen am 13.2.2009 in der Urania

Griechenland, Italien, Deutschland, Russische Föderation, 2008 – Regie: Theo Angelopoulos – Darsteller: Willem Dafoe, Bruno Ganz, Michel Piccoli, Irene Jacob – Sektion: Wettbewerb (außer Konkurrenz)

Obwohl es selbstverständlich klar ist, dass man für Theo Angelopoulos ausgeschlafen sein muss, bin ich in den ersten 10 Minuten des Films eingedöst und erst im letzten Viertel, oder so, wieder aufgewacht. Es ist eines dieser immer wieder offenbaren Probleme der alten Herren des europäischen Autorenkinos, dass ihre Filme im Alter gerne arg kopflastig, artifiziell und gern selbstreferenziell werden. Das war alles so gekünstelt, das Schauspiel so steif, theaterhaft, große Geste. Sicherlich Superfilm, wenn man Angelopoulos-Fan ist, auch schön vernebelt immer wieder, aber echt wohl mal gar nichts für mich zu diesem Zeitpunkt.

Auch recht viel gewollt, alleine schon der Inhalt:
Im zweiten Teil des historischen Panoramas von Theo Angelopoulos macht sich A., ein Filmregisseur um die 50, an die Verfilmung des Lebens seiner Eltern Spyros und Eleni. Auf die Liebesgeschichte der beiden griechischen Emigranten haben die historischen Ereignisse immer wieder Einfluss genommen: Im Zweiten Weltkrieg voneinander getrennt, emigrierte Spyros in die USA, Eleni verschlug es infolge des Bürgerkriegs in Griechenland zusammen mit anderen politischen Exilanten in die Sowjetunion. Der Vietnamkrieg wiederum zwang A., nach Kanada zu fliehen, während der Fall der Berliner Mauer den Anfang einer neuen Ära in seinem Leben markierte.
Beide Zeitebenen sind im Film vielfach miteinander verwoben: Nach Stalins Tod reist Spyros unter falschem Namen heimlich nach Taschkent, doch er wird enttarnt, Eleni nach Sibirien verbannt. Dort trifft sie Jacob wieder, einen deutschen Juden aus Taschkent, der ihr bis 1974 – ihrer Ausreise nach New York – treu zur Seite steht. Jacob folgt ihr sogar nach Toronto, wo sie sich mit A. trifft, den Eleni einst von Jacobs Schwester aus Sibirien zu Spyros in die USA schmuggeln ließ.
Jahre später besuchen Eleni und Spyros, die sich zur Rückkehr in ihre Heimat Griechenland entschlossen haben, A. in Berlin, wo dieser inzwischen lebt – genau wie Jacob. Gemeinsam feiert man Silvester. Doch als A.s Tochter Eleni einen Selbstmordversuch unternimmt, von dem erst die Großmutter ihre Enkelin abbringen kann, nimmt der Abend einen fatalen Verlauf … (aus Berlinale Programm)

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