Déjà-vu

In der letzen Folge von Fringe erklärt der wirre Dr. Walter Bishop der schönen Agentin Olivia Dunham, dass unsere vermeintliche Wahrnehmung des Lebens als Linearität trügerisch sei und stattdessen man das Leben als Multidimension denken muss. Erlebe man ein Déjà-vu, sei das ein kurzer Einblick, ein vager Schatten der eigenen Existenz in einer Paralleldimension. Die Mischung aus „Twilightzone“, „Akte X“ und CSI-Grenzwissenschaften macht „Fringe“ für mich einigermaßen erträglich, obwohl es ansonsten eine von amerikanischen Konservatismen durchdrungene FOX-Serie ist.

Eine Art Déjà-vu hatte ich heute, als ich folgenden Kurzfilm (über das Blog von The Junction) sah, denn wahrscheinlich wäre ich in einer Parallelwelt wohl europäischer Ethnologe geworden (damals noch NC-frei) und würde jetzt kleine Web-Dokumentarfilme über die modernen Stämme europäischer Metropolen drehen:

Dieser Kurzfilm THE LOST TRIBES OF NEW YORK CITY von Carolyn und Andy London zeigt animierte Objekte in den Straßen New Yorks, die Interviews über ihr Leben im Melting Pot geben. Auf humorvolle Weise werden die Gegenstände zu Gesichern. Typen verschiedener Ethnien und der immer wiederkehrende Mythos von New York als dem Prototyp des Amerikanischen Multikulturalismus wird konterkariert. Carolyn und Andy London sind Kultur- und Stadtantrophologen, sie gründeten 1999 ihre eigene Produktionsfirma ‘London Squared Productions‘.

Andererseits, vielleicht ist die Auseinandersetzung mit Blicken in Pipilotti Rists ca. 12-minütigem Videokunstkollage Entslastlungen AKA Pipilolottis Fehler (1988) in einer Paralleldimension auch nichts weiter als eine Internettheorie:
„I see. You see. I see you seeing. You see me seeing. I want to show what I see. You want to show what you see. Nirvana in the rose garden“.

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