Breitband über CC-Filme

Die Radiosendung Breitband vom Deutschlandradio Kultur hatte John Weitzmann (von Creative Commons Deutschland) und mich interviewt zu Filmen, die unter einer Creative Commons Lizenz stehen und also offiziell frei im Netz zum Download zur Verfügung stehen. Hier die Seite zur „Breitband“ Sendung vom 7.11.1009 und der Direktlink zum mp3 der gesamten Sendung vom 7.11.2009 oder folgend nur der mp3-Ausschnitt über CC-Filme.

Das Vorurteil, dass CC-Filme oft den Hauch des Unprofessionellen versprühen, musste ich in der Vorrecherche zur Sendung etwas revidieren. Natürlich findet man (noch) nicht die perfekten Blockbuster, aber interessant finde ich, dass Independetfilmemacher mehr und mehr zur CC-Lizenz greifen, um eine viel weitere Zirkulation zu ermöglichen, als es die klassische Arthous-Distribution könnte.

Folgende zwei Filme kann ich guten Gewissens empfehlen (und ich nehme mir vor, in Zukunft weitere neue CC-Filme hier zu besprechen):

Nasty Old People
Ist eine Fiction-Independentproduktion aus Schweden, die im letzten Oktober Premiere hatte. Die Story handelt von einer jungen Neonazi-Frau, die als Altenpfelgerin arbeitet. Am Anfang geht sie fast menschenunwürdig mit ihren Pflegepatienten um und im Laufe des Films änder sie aber ihre Einstellung und verhilft ihren Patienten und sich zu einem schöneren Leben. Der Film ist gutes, gefühlvolles Independentkino aus Schweden. Die Schauspieler können was, die Filmstyle und die Kamera sind sehr solide. Der Film könnte von seiner Machart einem auch in einer Sektion für junges europäisches Kino auf großen Filmfestivals wiederbegegnen.

Sita sings the Blues
Für jene, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, ist dieser abendfüllende Trickfilm schon ein ziemlich alter Hut. Trotzdem nochmal an Herz gelegt, weil es wirklich eine tolle, künstlerische Animation ist, die es damals sogar auf die Berlinale schaffte. Die Filmemacherin Nina Paley äußert sich auf ihrer Seite recht ausführlich, warum sie den Film unter CC-Lizenz gestellt hat: Zum einen gab es für eine kommerzielle Distribution Lizensierungsprobleme mit der im Film verwendeten Musik, zum anderen ist der Film finanziert über Spenden des Publikums, sodass Nina Paley den Standpunkt vertritt, „from the shared culture it came, and back into the shared culture it goes“.

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