Film: Sunshine Cleaning

Sunshine Cleaning, USA 2008, Regie: Christine Jeffs, mit: Amy Adams, Alan Arkin, Emily Blunt, Steve Zahn, Mary Lynn Rajskub. Gesehen am 4.6.2010 auf der Fahrt nach Koblenz

Um ihren jungen Sohn auf eine Privatschule senden zu können, gründet eine Mutter die Reinigungsfirma „Sunshine Cleaning“, die auf die Reinigung von Kriminalschauplätzen und auf biologische Abfälle spezialisiert ist. Zusammen mit ihrer jüngeren, etwas unzuverlässigen Schwester räumen sie verwahrloste Häuser auf oder wischen nach einer Schießerei das Blut von den Wänden. Sie erledigen aber nicht nur den Job, sondern können nicht umhin, sich mit den Hinterlassenen auseinander zu setzten. Praktische Trauerarbeit. Beide Töchter verbindet der frühe Tod der eigenen Mutter und beide haben keine feste Beziehung. Dann gibt es da noch den Vater der beiden, der immer wieder mit leicht verrückten Geschäftsideen scheitert, die er sich ausdenkt, um etwas Geld für seinen Enkel zusammen zu bekommen, den er für ein Genie hält.

Ich mochte den Wandel meiner eigene Wahrnehmung vom Stereotyp einer disfunktionalen Familie, die im Laufe des Films immer mehr zur Kernfamilie wird. Keine traditionelle, stromlinienförmige Kernfamilie, sonder eine mit Rissen und Rückschlägen, die aber umso mehr auf Zusammenhalt, die gemeinsame zurückliegende Trauer und auf ein Ur-Vertrauen baut. Schön und gut. Dabei ist das aber nicht in diesem verlogenen Hollywood-Familien-Sentiment inszeniert, dass mich auch gern zum Heulen bringt und worüber ich mich dann immer wieder ärgere. Nein, es ist vielmehr treibend, dass die Hauptfigur ihre Erwartungen gegenüber sich selbst und ihrer engen Verwandten gegenüber auflöst und schließlich jeder den anderen akzeptieren kann, wie er oder sie ist. Nicht perfekt, nicht idealtypisch, sondern mit einer ganz eigenen Familientradition.

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