Film: Splice

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Splice, Kanada 2009, Regie: Vincenzo Natali. Gesehen am 19.6.2010 im CineStar PoPlatz.

Ein in Sachen Genetik forschendes Nerd-Paar überschreiten heimlich die moralische Grenze. Sie schaffen ein künstliches Wesen aus tierischen und ihrem eigenen, menschlichen Erbgut. Beide handeln aus reinem Forscherdrang. Sie wollen die Grenzen des Möglichen ausreizen. Das Wesen kommt im Labor zur Welt und sie akzeptieren es schnell als ihr Baby. Das Wesen wächst schnell und in kürzester Zeit sehen sich die beiden Retorteneltern den üblichen psychologischen Zwängen und Phasen ausgeliefert, die man anhand der psychoanalytischen Theorien so als Eltern und Kind halt so durchlebt. Critic.de findet Smartes Nerdkino und Psychoanalyse passen erstaunlich gut zusammen. Find ich auch. Aber ich mag Vincenzo Natali Filme auch leiden, die mir immer etwas merkwürdig verspult daher kommen, dabei aber nicht vollends abheben.

Ich hab lange nicht mehr so coole Nerd-Figuren im Film gesehen. Sie sind nicht Erfüllungsgehilfen einer wahnsinnigen Macht (wie ja gern im Kino), sondern selbstbewusste Player, die im Rahmen hochkommerzieller Forschungsbedingungen eine luxoriöse, autonome Arbeitsatmosphäre gewöhnt sind. Eine Arbeitswelt die trotz klinischer Reinheit gespickt ist mit Ikonen der Nerdkultur. Doch der Individualismus der Eltern ist schnell dahin. Das Kind weckt nicht nur positive Muttergefühle und schließlich schafft die künstliche Kindfrau neue sexuelle Verhältnisse innerhalb der Beziehung. Aber das ist nunmal so, wenn man eine Narration anhand einer psychoanalytischen Matrix aufbaut und anhand eines genetischen Zwitterwesens die Gendersache auf die Spitze treibt. Kann mal bestimmt jemand ’ne gute Masterarbeit drüber schreiben.

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