Es war ein stürmischer Tag in meinem kleinen Blog.

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Es war ein stürmischer Tag in meinem kleinen Blog. Mein letzter Artikel hat heute, an nur einem Tag, so viele Unique Visits erhalten, wie ich nicht mal im gesamten Jahr 2010 hatte. Und das nur, weil der Artikel heute morgen in einer Linksammlung auf Bildblog aufgenommen wurde. Das zieht wie Hechtsuppe. Soviel Kommentar-Feedback hatte ich noch nie zu einem Text. Eine schöne Meinungsdiversität und einige gedankliche Anregungen. Dafür Danke. Beruhigend auch, dass der Server gehalten hat. Konnte ich das auch endlich mal austesten.

11. Januar 2012 von Tillmann
Kategorien: Allgemein, Internet | Schlagwörter: , , , , | 1 Kommentar

Kein Alkohol. Die ersten 14 Tage.

Dienstag, 27.12.2011
In der Nacht nach den Weihnachtsfeiertagen entschließe ich mich, keinen Alkohol mehr zu trinken. Zumindest für eine gewisse Zeit. Drei-Vier Wochen fasten vielleicht. Oder nennen wir es besser bewusste Abstinenz. Der erste Tag läuft super. Ich erzähle niemandem von meiner Entscheidung. Als ich zum Abendessen gefragt werde, ob Bier oder Wein, sage ich einfach, dass ich heute kein Alkohol trinken möchte und mache mir eine Saftschorle.

Mittwoch, 28.12.2011
Lange Zugreise mit den Kindern von Westdeutschland zurück nach Berlin. Nach all dem Koffergeschleppe und den Reisestrapazen an sich wäre eigentlich eine Flasche Bier am Abend auf dem Sofa nicht unangebracht. Mir fällt auf, wie viele vermeintlich gute Gelegenheiten es gibt.

Donnerstag, 29.12.2011
Habe meine Entscheidung, eine zeitlang auf Alkohol zu verzichten, immer noch nicht bekannt gegeben. Aber heute habe ich mein Coming Out. Während eines Smalltalks mit der Nachbarin auf dem Treppenabsatz, während sie uns ein Pony schenkt, kommen wir auf Silvester zu sprechen und was wir so planen und machen werden. Da erzähle ich auch, das ich Silvester und überhaupt ein paar Wochen nichts trinken werde und sie sagt, dass das ja durchaus auch mal Sinn macht, man dann auch viel ausgeruhter ist, es ja auch andauernd Gelegenheiten gibt und man ja so auch mal ganz bewusst mit der Gewohnheit bricht und dass das toll sei und ich alles richtig mache. Der letze Hinweis irritiert mich. Ich sage, “ach naja, man weiss ja nie, was richtig ist”. Dann widme ich mich den Rest des Nachmittags dem Pony. Abends dann nach einer Woche Weihnachten bei der Familie endlich wieder unter normale Menschen: erst zur 0. Spackeriade, dann eventuell noch beim Chaos Communication Congress vorbei. Ich halte mich an Kaffee, Mate und alkoholfreiem Bier fest. Dem einen oder anderem erzähle ich auf Nachfrage, dass ich jetzt mal keinen Alkohol trinke. Das gibt aber deswegen kaum Diskussion. Hat da ja jeder so seinen kritisch-individuellen Hacker-Lebenstil. Kann ja jeder machen wie er will. Doch eine Sache irritiert. Jemand, den ich vom Biertrinken mit Michi kenne, prophezeit eine lange Nacht, als er mich sieht. Vermutlich ist das nett oder gar anerkennend gemeint. Hadere mit Selbstbild und Fremdbild. Es wird eine Nacht, in der ich nüchtern nach Hause fahre und mich über die quatschigen Dialoge der betrunkenen Zehelndorfkinder im Nachtbus amüsiere.

Freitag, 30.12.2011
Irgendwas mit Saftschorle. Das kann so nicht weitergehen. Ich muss mich bei Gelegenheit mal um irgendwie interessantere nichtalkoholische Getränke kümmern.

Samstag, 31.12.2011
Silvester ohne Alkohol? Klar geht das! Na gut, ein Glas Sekt um Mitternacht zum Anstoßen, man ist ja kein Unmensch. Gespräch über Alkoholabstinenz am Tisch bekommt interessanten Spin. Alle erzählen, in welchen Situationen sie trinken, dass es viel zu viele Gelegenheiten und gesellschaftliche Rituale rund um Alkohol gibt und ja auch gerade, wenn man am Theater arbeitet.

Sonntag, 1.1.2012
Neujahr. Interessant zu merken, was von einem üblichen Kater übrig bleibt, wenn man zwar nüchtern, aber übermüdet ist. Einige angenehme Nachwirkungen einer langen Nacht, die ich dem Alkohol zugeschrieben hatte, liegen eigentlich an euphorisierter Müdigkeit. Das muss ich mir merken.

Montag, 2.1.2012
Erster Arbeitstag im neuen Jahr. Das Feierabendbier fehlt mir. Eine blöde Angewohnheit, die eher ein Automatismus ist. Um stattdessen in einen Feierabendmodus zu kommen, stehe ich 5 Minuten auf dem Balkon und atme mal durch.

Dienstag, 3.1.2012
Auf dem Rückweg von der Arbeit freue ich mich, dass ich nun 14 Tage keinen Alkohol getrunken habe. Auf dem Rad bereite ich in Gedanken schon einen lustigen Blogpost dazu vor. Als ich zu Hause den Computer anschalte und in den Kalender schaue, merke ich, dass ja erst eine Woche rum ist. Bin verwundert, warum mir das so lange vorkam.

Mittwoch, 4.1.2012
Kann kein alkoholfreies Bier mehr sehen.

Donnerstag, 5.1.2012
Überlege, ob ich eigentlich besser schlafe, seitdem ich keinen Alkohol mehr trinke. Schwer zu sagen. Vielleicht bin ich ein klitzekleines bisschen weniger miesepetrig am Morgen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich einfach früher ins Bett gehe.

Freitag, 6.1.2012
Treffe einen Freund. Wir richten seinen neuen Rechner ein und trinken Tee. Es ist ein Leben auf der Überholspur.

Samstag, 7.1.2012
Es gibt zum Abendessen sehr leckeres Lammfleisch, zu dem eigentlich ein guter Rotwein perfekt wäre. Bin kurz davor, mir auch ein Glas einzuschenken, bin dann aber doch willensstark. Es ist merkwürdig: Sobald ich mich bewusst gegen den Alkohol entschieden habe, fokussieren sich mein Gedanken auf etwas anderes und das Verlangen ist weg. Reine Willens- und Kopfsache oder doch auch sanfte Sucht?

Sonntag, 8.1.2012
Michi schickt am Abend eine DM, ob Bier? Ach, ich hätte schon Lust, mit Michi ein Bier zu trinken. Das bleibt ja aber nie bei einem Bier, also gehe ich früh mit Comicbuch und Orangensaft ins Bett. Wecker klingelt versehentlich schon um 5 Uhr morgens. Lese Comic zu Ende, fühle mich sehr ausgeschlafen.

Montag, 9.1.2012
Werde am Abend – statt zum Webmontag – spontan zu einer “Weinprobe” im Martin Gropius Bau mitgenommen. Befürchte, dass eine Weinprobe ja nun der wirklich falscheste Ort ist, um Alkoholabstinenz zu üben. Denke aber auch, bei einer richtigen Weinprobe gibt es Näpfe, um den Wein auszuspucken. Wer sagt, dass ich bei meiner selbstgebauten Fastenzeit nicht kosten darf. Schmecken ja, aber nicht schlucken! Es stellt sich heraus, dass es sich bei dem Event um eine Finissage handelt, zu der unter anderem zwei Weine vom Großhandels-Sponsor der gefeierten Ausstellung gereicht werden. Keine Weinprobe, wie man sich das so vorstellt. Trinke ungefähr 2 Liter Apfelsaft. Beobachte Politiker und Kulturattachés beim Sponsorenweintrinken. Denke mir meinen Teil. Gehe zeitig nach Hause.

Dienstag, 10.1.2012
Nun sind also die ersten 14 Tage vergangen. Ich notiere mir hier ein paar persönliche Eindrücke, die vermutlich vollkommen banal oder normal sind. So normal, wie der (sanfte) Alkoholismus unsere gesamte Gesellschaft durchzieht. Ich glaube, es liegt weniger an den Freunden, mit denen man sich umgibt. Es ist vielschichtiger und es liegt an all den gesellschaftlichen Ritualen und letztendlich an unserer Kultur. Ich muss auch an einen Kumpel denken, der nach einem halben Jahr Indien zurückkam und auch keinen Alkohol mehr trank. Mir kam das damals fast undenkbar vor. Heute ist es für mich tatsächlich gar nicht so ein großer Verzicht. Es ist ein bewusster Perspektivwechsel und ich bin gespannt, ob da in den kommenden 14 Tagen noch weitere Erkenntnisse hinzu kommen.

11. Januar 2012 von Tillmann
Kategorien: Allgemein, Gesellschaft | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , | 102 Kommentare

Kühlschrankpoesie.

10. Januar 2012 von Tillmann
Kategorien: Allgemein, Fotos | Schlagwörter: | Schreibe einen Kommentar

Kontextumfeld “Pferde und Wurst”.

08. Januar 2012 von Tillmann
Kategorien: Allgemein, Fotos | Schlagwörter: | 1 Kommentar

Wie wird Glücksklee gemacht?

#alttext#

Nachdem wir unsere Schweine, Hufeisen, Kronen, Glocken, Pilze und Herzen zu Klump gegossen hatten, drehte sich die Frage um den vierblättrigen Tischschmuck: Wo kommt eigentlich der Glücksklee her, bzw. wie wird er gemacht?

Ist dies eine hochgezüchtete Pflanzenart des bei uns einheimischen, dreiblättrigen Klees? Oder stammt der Glücksklee irgendwo vom Equator, wird dort von Einheimischen aus dem Urwald gepflückt und billig verkauft (weil dort unbedeutendes Unkraut) und tonnenweise in Industrieländer geflogen? Steckt dahinter gar ein ähnlicher Globalisierungsthriller wie hinter der Nordmann-Tanne? Die Nordmann-Tanne wird hundertmillionenfach in Dänemark in Plantagen als Weihnachtsbaum angebaut, ist aber eigentlich ein seltener Baum und im westlichen Kaukasus und im Ostpontischen Gebirge in Georgien, Russland und der nordöstlichen Türkei heimisch. Da die Nordmann-Tanne ausgewachsen ein sehr hoher Baum ist, werden in den dänischen Plantagen überwiegend Jungbäume als Weihnachtsbäume gefällt. Diese jungen Bäume jedoch haben noch keine Zapfen und Samen ausgebildet, sodass man, um neue Nordmann-Tannen zu züchten, immer wieder Zapfen aus dem Kaukasus etc. importieren muss. Die Zapfen der Nordmann-Tanne – einem sehr hohen, eher seltenen Baum – befinden sich an der Baumspitze und müssen von Menschen dort oben gepflückt werden. Zapfensammler ist dort ein traditioneller Beruf, doch weil die Nachfrage so groß ist, werden immer mehr Zapfen gepflückt und immer seltener. Um weiterhin vom Zapfensammeln zu leben, müssen die Zapfensammler immer höher hinaus klettern und haben gelegentlich tödliche Arbeitsunfälle. Das sind ja nun eigentlich Zustände, die man nicht gerne mit seinem Weihnachtsbaum in Verbindung bringen möchte. Zustände, wie man sie aus chinesischen Fabriken hört, wo unsere Technik-Gadgets hergestellt werden. Verbirgt sich nun hinter dem vierblättrigem Klee – unserem Symbolträger des Glücks – ein ähnlicher Krimi. Oder ist unser vorliegende Glücksklee gar ein strahlendes Abfallprodukt der Genforschung?

Wir haben lange hin und her überlegt. Es gab auch eine herrlich verworrene Verschwörungstheorie mit Außerirdischen. Die Wahrheit ist aber, dass der bei uns zu Silvester verkaufte Glücksklee ursprünglich aus Mexiko kommt und 1837 in England als Zierpflanze eingeführt wurde (sagt die Wikipedia). Wieder was gelernt.

01. Januar 2012 von Tillmann
Kategorien: Allgemein | Schlagwörter: , , , , , | 3 Kommentare

Neujahr. Kater.

01. Januar 2012 von Tillmann
Kategorien: Allgemein, Fotos | Schlagwörter: , | Schreibe einen Kommentar

Devil Fingers.

01. Januar 2012 von Tillmann
Kategorien: Allgemein, Fotos, Kinder | Schlagwörter: , , | Schreibe einen Kommentar

Statt eines Rückblicks …

#alttext#

In obigem Bild hat mich meine Tochter porträtiert, wie ich in das vergangene Jahr zurückblicke, dabei jedoch vorwärts (in diese Richtung —> ) in das neue Jahr schreite.

Jahresrückblicke liegen mir nicht. Ich versuche ja an sich, in der Gegenwart zu leben und positiv in die Zukunft zu blicken (sic!). Gerade als “Bedenkenträger”, zu dem ich dieses Jahr gern von anderen hochstilisiert wurde, muss man ja viel detaillierter in die Zukunft blicken und Ausschau halten nach all den Steinen, die uns im Weg liegen könnten – in Projekten wie in der Liebe. Was ja aber beides eigentlich auch das Selbe ist. (Klick- und Leseempfehlung!).

Gute Vorsätze habe ich keine. Ich sehe das wie Calvin. ICH muss mich nicht ändern. Die Anderen müssen sich ändern! Kleiner Spass.

Es würde uns allen sicher gut tun, nicht immer alles so kompliziert zu machen. Mehr Handlung als Reaktion, das nehme ich mir zumindest bewusst vor. Ihr Lieben, vom “leidenden Leben”, irgendwo auf Facebook habe ich vorhin dieses Bild wegkopiert, dass eine gewisse Lebenshilfe gibt.

#alttext#
(Quelle weiss ich nicht)

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen einen guten Rutsch und ein erfolgreiches 2012. Lasst uns was draus machen. Nicht meckern, machen!

PS: Und alle sollten überhaupt mehr gute Filmklassiker schauen. Kann man nämlich auch was von lernen. Ein guter Start hierzu verbirgt sich hinter folgendem Link. 435 Free Movies Online: Great Classics, Indies, Noir, Westerns & More | Open Culture.

31. Dezember 2011 von Tillmann
Kategorien: Allgemein, Film, Filme online, Fotos | Schlagwörter: , , , , , , | 4 Kommentare

So swag, dass man mit Tilt Shift alles so aussehen lassen kann wie eine Modelleisenbahnlandschaft.

23. Dezember 2011 von Tillmann
Kategorien: Allgemein, Fotos, Kinder, Moblog | Schlagwörter: , | 1 Kommentar

Ausgang aus der Matrix. Einstieg in Fassbinders BRD-Trilogie.

Neben meinem Nachtlager steht ein weißes Telefon und die Schlüssel stecken auch noch drin. Freizeichen. Wen könnte man denn mit so einem Apparat ernsthaft anrufen wollen, ohne sich wie in einem Fassbindermelodram vorzukommen?

Und sowas nennt sich “Realität”!?

21. Dezember 2011 von Tillmann
Kategorien: Allgemein, Fotos, Moblog | Schlagwörter: , | 1 Kommentar

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