Archiv für Blogs
Bloggen wie früher.
Zuerst dachte ich, es wäre ein irgendwie merkwürdig gelagerter Marketing-Reply, den ich da auf Twitter erhielt:
@tristessedeluxe Die Szenekneipe in #Lüneburg. Jekyll-Hyde jekyll-hyde-lueneburg.de love it.
— BIO DELI(@ChenKen) September 30, 2012
Dann dachte ich, es sei irgendwer aus meiner Heimatstadt Lüneburg, der mir zwar auf Twitter folgt, den ich aber selber nicht einorden konnte. Nun erst ist der Groschen gefallen, wer hinter dem Account eines Bio Delis im Prenzlberg Mitte steckt. Ein lieber, alter Bekannter. Und er Blog auch so wie früher! Toll: rausausberlin!.
Essen muss man. Und man muss mehr bloggen wie früher.
» re:publica Rückblick – Neutralität der Plattformen
Drüben auf dem beruflichen Blog habe ich eben meinen re:publica Rückblick veröffentlicht. Neben dem, was schon alle über die #rp12 schreiben, habe ich mich gedanklich etwas ins Thema Plattformneutralität hineingedacht. Lest weiter hier: » re:publica Rückblick – Neutralität der Plattformen.
Ich freue mich jetzt schon auf die #rp13!
Ankündigung: Iron Blogger auf der re:publica
Am 3. Mai treffen sich im Rahmen der re:publica 12 die nationalen Iron Blogger und trinken Bier. Alles weitere hier: Iron Blogger auf der re:publica.
Ich mach da ja schon seit den Anfängen mit, weil ich das Konzept des “Nichtstuns und Biertrinkens” großartig, simpel und einleuchtend finde. Großes Fragezeichen? Worum es bei den Iron Bloggern Berlin geht und wie man mitmachen kann, erfährt man hier.
Poesie der Finanzkrise
“GELD”
aus der Financial Times Deutschland, März 2012
Marker auf Papier / 2012
Auf dem Blog Economic Words sammelt die Berliner Künstlerin Anke Becker Zeitungsausschnitte und destilliert die in der Nachrichtensprache der Finanzwelt verborgene Poesie.
“Gibt es eine verborgene Schönheit hinter den täglichen Nachrichten aus der Welt der Finanzen und der Ökonomie? Auf meinem Blog Economic Words kommen versteckte Nachrichten jenseits von Kapitalflüssen, Börsennotierungen und internationalen Geldverschiebungen zum Vorschein.” (Anke Becker)
Ich finde, das ist ein schöner Ansatz, ausgetretene Gebrauchssprache mit ihren wiederkehrenden Versatzstücken zu konterkarieren. Zitat, Mashup, Destillat. Reduktion auf das Wesentliche ist auch eine Frage der Perspektive: economicwords.com
Kein Alkohol. Die letzten 14 Tage.
Die kurze, selbst auferlegte Fastenzeit ist vorbei. Ich habe vier Wochen keinen Alkohol getrunken. Nach 14 Tagen hatte ich darüber schon einen Blogartikel geschrieben, der – für mich doch auch sehr überraschend – ziemlich viel blödsinniges und größtenteils sehr krudes Feedback auslöste (wurde drüben bei Falk Schreiber gut zusammengefasst). Die Kommentare kamen hauptsächlich von Leuten, die teilweise sehr vehement geltungsbedürftig, keinen Alkohol trinken und meine persönlichen Notizen in die unterschiedlichsten Richtungen interpretierten. Schnell wurde die Diagnose gestellt, ich sei süchtig. Und dass 14 Tage ja nun nichts seien und was ich mir denn herausnehme, mich so wichtig zu machen. Und dass ja übrigens alle Leute, die Alkohol trinken, ziemlich arme Würstchen sind.
So was ist sehr spannend! Durch so etwas kann man an eigener Haut erleben, wie das Mainstream-Internet in Deutschland so tickt. Und ich weiß, die Kommentatoren waren im Vergleich zu anderen Diskursen ja noch recht handzahm. Nun, egal. Was ich gleich als erstes loswerden möchte: Ihr nichtalkoholischen Wutbürger da draußen, ihr könnt mich nicht in Euren Reihen wähnen! Das Leben ist zu kurz, um es nicht auch durch traditionelle Kulturtechniken umfassend zu genießen. Rausch ist eine der ältesten Kulturtechniken unserer Spezies und gehört zum Leben einfach dazu. Die berechtigte Frage ist natürlich, in welchem Ausmaß?
Sucht? Kommt auf die Definition an. Körperliche Suchterscheinungen haben sich mir nicht gezeigt. Ja, 14 Tage (und jetzt vier Wochen) sind keine Zeit. Ja, es gibt Leute, die machen das regelmäßig über einen Zeitraum von sechs Monaten. Ja, gibt Leute, die ihre ganze verdammte Ernährung auf kosmische Bio-Strahlung umgestellt haben, und sagen damit überhaupt gar keine Probleme zu haben. Und ja, auch das mit der Bio-Strahlung beweist: es gibt tatsächlich viele arme Würstchen – mit und ohne Alkohol.
Das Universum ist eine wundervoll schillernde Seifenblase in der wir alle unsere Berechtigung haben und jeder machen darf, was er will. In diesem Weblog hier, dreht sich halt aber das verflixte Universum um mich. Und ich habe mal einfach nur aus so einer netten Idee heraus vier Wochen keinen Alkohol getrunken. Nicht mehr, nicht weniger.
Was hat mir nun diese kurze Enthaltsamkeit gebracht? Interessant an einigen Kommentaren war, dass sie mich noch stärker über meine Alkoholgewohnheiten nachdenken lassen haben. Dafür noch mal Danke. Super waren auch die diversen Gespräche mit Freunden und Bekannten auf Partys, an Theken, im Club, beim Mittagessen und im Chat. Auf ein, “und? Was machst du so?”, einfach mal, “och, ich trinke gerade keinen Alkohol”, antworten stellte sich mehrfach als ein geeigneter Türöffner für persönliche Gespräche heraus. Einige erzählten, dass sie schon sehr ähnliche Gedanken hatten, dass aber noch nie gemacht haben und das mein Blogeintrag dahingehend einen Nerv treffe. Oder andere erzählten einfach von ihren Phasen der Abstinenz. Wieder andere wollten sich nicht mit einer Spaßbremse abgeben. Oft drehte es sich um all die Gewohnheiten und all die Gelegenheiten, die es halt so gibt. Ich bekam persönliche Mails, die mich in der Sache bestärkten und freundschaftliche Tips gaben. Aber auf der Fährte war ich ja auch schon selber, zu überlegen, wo sich bei mir Automatismen eingespielt haben, die ich verändern möchte.
Ich halte für diesen Moment fest: Vor allem wichtig ist mir selber ein gedankenvollerer Umgang mit Alkohol. Nur weil Äpfel angeblich gesund sind, esse ich ja auch nicht immerzu Äpfel. Und nur weil Alkohol angeblich die Geselligkeit fördert und entspannt, muss ich ja nicht immer Alkohol trinken.
Mein neuestes Projekt: Nie wieder Rolltreppe und Fahrstuhl nutzen. Ich bin jetzt militanter Treppensteiger. Wer rastet, der rostet! Nein zur Rolltreppe! Hernieder mit dem Fahrstuhl!!!
Es war ein stürmischer Tag in meinem kleinen Blog.
Es war ein stürmischer Tag in meinem kleinen Blog. Mein letzter Artikel hat heute, an nur einem Tag, so viele Unique Visits erhalten, wie ich nicht mal im gesamten Jahr 2010 hatte. Und das nur, weil der Artikel heute morgen in einer Linksammlung auf Bildblog aufgenommen wurde. Das zieht wie Hechtsuppe. Soviel Kommentar-Feedback hatte ich noch nie zu einem Text. Eine schöne Meinungsdiversität und einige gedankliche Anregungen. Dafür Danke. Beruhigend auch, dass der Server gehalten hat. Konnte ich das auch endlich mal austesten.
Qualität und Leid des Bloggens
Qualität und Leid des Bloggens ist, dass es im Gegensatz zu Social Networks und Twitter ein sehr viel langsamer drehendes Medium ist. Das heisst für mich: mehr Erinnerungswert durch mehr Erinnerungsarbeit. Es braucht einfach mehr Zeit, zu bloggen, als hier und da mal eine paar Zeichen zu verlieren (siehe auch Loser networken, Winner bloggen). Das gilt für persönliche Blogs und noch viel mehr für Blogs, die sich mit bestimmten Themen auseinander setzen.
In den letzten Tagen habe ich mehrfach nach im Blog festgehaltenen Eckpunkten gesucht. Nachschlagen von Filmen in einer bestimmten Zeit etwa, oder was ich vor fünf Jahren eigentlich rund um meinen Geburtstag gemacht habe. Neulich war 10 Jähriges. Mithilfe des Weblogs – auch wenn es nicht konsequent täglich oder wöchentlich gepflegt ist – konnte wir zumindest einiges aus den 10 vergangenen Jahren rekonstruieren. Jobwechsel, Urlaube, Frust und Freude. Hätten wir vermutlich auch ohne Weblog hinbekommen.
Das erste, was man in der neuen Timeline von Facebook ausprobiert, ist Erinnerungsarbeit. Das neue Layout des eigenen Profils ermöglicht es, durch einen Zeitstrahl zurück in eigenen Statusupdates und protokollierte Microhandlungen zu blättern, die man sonst schon längst vergessen hätte. Nicht jeder Like oder Check-In ist erinnerungsträchtig. Oder gerade dadurch eben doch? Es kommt drauf an. Meine Memolane ist vermutlich nur für ich interessant. An unterschiedliche grafische Aufbereitungen unseres digitalen Handelns werden wir uns mehr und mehr gewöhnen. Das wird alles noch viel schlimmer. Ein Grund, das eigene Erinnern nicht alleine den Automaten und Feeds zu überlassen, sondern doch auch wieder öfter die Sache selber in die Hand zu nehmen und ein paar Zeilen zu schreiben.
Derart selbstreferenzielles Bloggedöns klingt inzwischen beinahe wie ein offline Tagebuchschreiber, der sich wehrt, ins Internet zu schreiben… Aber ach, wem erzähl ich das.
Gewonnen!
Ich habe gewonnen. Das erste Mal. Bin überwältigt.
Ganz ehrlich? Ich glaube, ich habe noch nie etwas gewonnen in meinem Leben (also, außer damals in Schweden diese wunderbare, große Dönerpizza, aber das ist eine ganz andere Geschichte).

Katzentcontent. Klar. Irgendwie immer Gewinner, die ollen Katzen. Das Foto ist entstanden in einem Moment, wo ich am liebsten Kopfschmerzen und ganz, ganz schlimme Krankheit im Angesicht des Winters gehabt hätte. Schmenndrick, unser Kater, hat das antizipiert. Dafür liebe ich ihn und er gehört zur Familie. Er ist der eigentliche Gewinner. <3
Es ist mir – wie vermutlich allen – wirklich sehr schwer gefallen, Fionas Fotoaufgabe zu bedienen. Denn Fiona ist eine junge, professionelle Fotografin, die weiss, wovon sie spricht. Ich persönlich bin ja immer etwas befangen im Gutfinden meiner eigenen Fotos. Das kommt vom Alter.
Danke, Fiona!
PS: Ich hab überhaupt keine Ahnung, was jetzt hier der Gewinn eigentlich war, oder so?
#jourfitz @4010_shop
Und doch, ganz ehrlich: Wenn ich auf diesen Bloglesungen immer wieder sitze, erwischt mich dann doch immer wieder die Freude am Text an sich und der Wunsch auch mal aus einem Zufall heraus in einem Text eine Autorenhaftigkeit an den Tag zu legen, oder zumindest die Fertigkeit ehrlichen Handwerks, die eine kleine Vorleserunde legitimieren. Aber worüber soll man schon schreiben? Über Möhrenbreichen, Powerpointdramaturgie und die Poesie von Exceltabellen? Das ist doch alles schon mal da gewesen.
Nach drei Jahren ist 12 Seconds soeben von uns gegangen. Ich hatte mit der Plattform immer noch großes vor. Nein, eigentlich nur kleine, sympathische Ideen wollte ich umsetzten, der Plattform entsprechend. Hatte aber nie die Zeit dafür. Man hätte nur täglich 12 Sekunden benötigt.




