21.4.

Dem Grünzeug beim Wachsen zusehen

Meine vor ein paar Tagen gesäten Zöglinge sprießen. Zeit zum Umtopfen. Radieschen waren zuerst da. Dann die Buschbohne. Die letzten 24 Stunden ist viel passiert: Mais, Möhren und Gänsekresse. Morgen schaut dann auch Wassermelone aus der Erde.

Our new normal

“A smaller number of people develop what I’ll call an active awareness. By this I mean consciously operating within a broader arena than their immediate desires. Having an active awareness means being able to see the bigger picture, think conceptually about future events, and consider the needs of others. An active awareness creates a larger perimeter of self-interest.

We all move through life with a passive awareness. An active awareness is something that has to be cultivated. Through experience, structured thinking, meditation, or other methods of self-reflection.”

Bookmarked on April 11, 2020 at 09:10AM

8.4.

9.4.

Zurückblickend ist es natürlich albern gewesen, vor vier Wochen, als wir die soziale Distanzierung begannen, einen leeren Kasten Pfandflaschen und auch die beiden Campingkanister mit Leitungswasser zu füllen und in der Besenkammer zu verstauen. “Wer weiß, wie lange wir noch Trinkwasser aus der Leitung bekommen…?”, erinnerte ich mich an die Barcamp-Session eines Preppers, der seine Taktiken für den Katastrophenfall mit seinem Publikum teilte. Mich hat das Wasserabfüllen in dem Moment beruhigt. Ich konnte etwas tun in der Ohnmacht. Das beruhigte. Genau wie die sehr hohe Bargeldreserve, die ich schnell noch aus dem Automaten zog. “Man kann nie wissen”, hatte ich ja erst kürzlich in der Serie “Bad Banks” gesehen.

Und dann stand ich Anfang der ersten Quarantänewoche vor einem Kühlregal und spürte die Angst in mir hoch kommen, weil es keine Hefe mehr gab. Am Wochenende hatte ich die Bilder in meinen Social Media Feeds von leeren Supermarktregalen noch nicht so recht ernst genommen. Doch die tatsächlich vielen leeren Regale mit Nichts hatte ich nicht erwartet. Achtsam wieder runter pegeln, improvisierter Einkauf und noch ein zusätzliches Paket glutenfreie Maisnudeln gegriffen. Wird schon wieder.

Die Maisnudeln haben uns überhaupt nicht geschmeckt. Heute wurden meine Wasservorräte von den Kindern entdeckt. Ironische Bemerkungen von der 12-Jährigen konterte ich mit einem filmwissenschaftlichen Vortrag über mein langes, mentales Training von diversen Katastrophen- und Endzeitfilmen in der Zeit nach ihrer Geburt, um gewappnet zu sein, die Familie im Ernstfall und so weiter und so fort. Augenrollen ihrerseits. Überhaupt kämpft von uns die 12-Jährige am stärksten mit der neue Familienrealität, der Enge, der Nicht-Schule, der Nicht-Ferien. Alles doof, alles nervt. In den letzten vier Wochen ist der Wandel zum Teenager vollzogen.

(Tempelhofer Feld)