Eltern haften für ihre Kinder

Ohje, ich hätte es ja eigentlich ahnen müssen, dass dieses Gespräch von neulich noch seine Nachwehen haben wird. Es ging um so vieles und im Kern wie immer ums Geld, was natürlich zu wenig, wie immer bei jedem. Die Prioritäten erörternd gab ich zu bedenken, man könne ja einige ihrer Versicherungen kündigen, es sei ja eh alles egal – und die Büchse der Pandora ward geöffnet. Was ich mir denn einbilde. Und überhaupt, als sie erfuhr, dass ich lediglich gesetzlich krankenversichert bin (immerhin, man kennt da ja auch andere Gesellen!). Nichtmal Haftplicht? Ich zuckte mit den Schultern, sie schüttelte den Kopf und ring nach desaströsen Fallbeispielen, in die ich tappen könne. Ich tat meiniges, um abzuwiegeln und bestellte noch ein Astra.

Ich weiss doch auch nicht, warum ich nicht in diesen Versicherungswahn gestrudelt wurde. Als ich noch Kind war, las ich an jedem Abenteuerspielplatz „Eltern haften für ihre Kinder“. Was ich eigentlich damals immer mehr als Freifahrtschein verstanden hatte, denn als Warnung. Dass das nur bis 18 güldete wurd einem dann auch irgendwann klar, und plötzlich hatte man so viel zu tun mit dem Jungbleiben, dass das Geld mal gerade von der Hand bis in den Mund langte. Zum Beispiel für Kino. Wo dann auch mal die Allianz versuchte der Risikogruppe Student mit einem schicken Werbespot den Gedanken einer Haftpflichtversicherung näher zu bringen. Ihr erninnert Euch vielleicht: Morgens in einer sonnendurchfluetetn WG, die verwüstet von einem rauschenden Fest nicht mehr ganz so ordentlich ist. Da liegen noch so Leute auf Sofas rum. Irgendwer steht auf und bei der Waschmaschine spritzt der Schlauch ab, und dadurch rutscht noch eine aus und mit dem Kopf auf das Bügeleisen, das dann ins Aquarium, wodurch der Fernseher und ach, die Susanne stürzt durchs Fenster. Das war mal noch coole Werbung. Aber Angst hat die jetzt nicht gerade gemacht, dass man da gleich zum Versicherungsvertreter gemusst hätte.

Jedenfalls kam die Nachwehe nicht dirket bei mir an, sondern beim Herrn Mitbewohner, der kurz vor einem wichtigen Cafébesuch auf seinem Apparillo angerufen wurde, ob er eine Haftpflichtversicherung hätte. Er verneinte und macht sich natürlich sofort Sorgen, was ich denn nun wieder getan hätte und malt sich aus, ich sei doch hoffentlich nicht irgendwie ungeschickt ins Holocaust Mahnmal gerast und hätte den ganzen isrealischen Staat an den Hacken, oder so.

Wie?s dann weiterging? Ach, ich werd jetzt einfach mal erwachsen und lass mich nächste Woche mal von ein paar Versicherungsvertretern anrufen. Denn sonst wird sie wohl nicht mit mir zusammen ziehen.

Würd mich jetzt aber kurz noch als Umfrage interessieren (auch um mal hier die Mittel des Mediums voll auszukosten):

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